Vatileaks-2-Prozess Papst begnadigt verurteilten Priester
Papst Franziskus
Foto: TIZIANA FABI/ AFPMehr als die Hälfte seiner Haftstrafe hat Prälat Lucio Ángel Vallejo Balda bereits abgesessen. Jetzt hat ihm Papst Franziskus "die Wohltat einer Freilassung" gewährt - unter Auflagen. "Es handelt sich um eine Maßnahme der Gnade, die es ihm erlaubt, seine Freiheit wiederzuerlangen. Die Strafe wurde nicht widerrufen", stellte der Vatikan klar. Mit der Begnadigung ende jede Arbeitsbeziehung Baldas mit dem Heiligen Stuhl.
Balda war im November 2015 ebenso wie seine Mitarbeiterin, die italienische Papst-Vertraute Francesca Chaouqui, festgenommen worden. Beiden wurde zur Last gelegt, vertrauliche Dokumente über die Finanzen des Vatikan an die Journalisten Gianluigi Nuzzi und Emiliano Fittipaldi weitergeleitet zu haben (Lesen Sie hier ein Interview mit dem Enthüller Nuzzi).
Balda war Sekretär der Wirtschaftsprüfungskommission (Cosea), die Papst Franziskus eingerichtet hatte, um dem dubiosen Umgang der Vatikan-Verwaltung mit Geldmitteln ein Ende zu setzen. Er gestand die Weitergabe der geheimen Dokumente an die Presse. Nuzzi und Fittipaldi wurden in dem Prozess freigesprochen und Chaouqui zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.
Fittipaldi und Nuzzi hatten jeweils ein Enthüllungsbuch über das Finanzgebaren im Kirchenstaat veröffentlicht, in denen sie aus internen Dokumenten des Vatikan zitierten. Laut den Enthüllungen der Journalisten versickerte ein Großteil der kirchlichen Spendengelder wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten und mangels korrekter Buchhaltung in der Vatikan-Bürokratie.
Papst Franziskus hatte die Weitergabe der Unterlagen scharf kritisiert. Anfang November 2015 sagte er: "Diese Dokumente zu stehlen, war ein Verbrechen. Es ist eine bedauerliche Tat, die nicht hilft. Ich selbst hatte die Untersuchung in Auftrag gegeben, und diese Dokumente waren mir und meinen Mitarbeitern wohlbekannt."