Brandanschlag auf Flüchtlingsheime Hunderte demonstrieren in Vorra gegen Fremdenhass
Menschenkette in Vorra: Demo unter dem Motto "Rassismus bekämpfen"
Foto: David Ebener/ dpaVorra - Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag auf geplante Flüchtlingsunterkünfte in Vorra bei Nürnberg haben Hunderte gegen Fremdenfeindlichkeit protestiert. Rund 350 Menschen nahmen zunächst an einem Gottesdienst teil und bildeten anschließend eine Menschenkette vor den betroffenen Gebäuden.
"Vorra ist in den vergangenen Tagen noch enger zusammengewachsen", sagte der evangelische Pfarrer Björn Schukat. "Wir in Vorra lassen uns nicht unterkriegen." Man wolle sich weiter in der Flüchtlingshilfe engagieren.
In der Nacht zum Freitag hatten Unbekannte frisch renovierte Gebäude in Brand gesetzt, in denen Flüchtlinge untergebracht werden sollten. Die Häuser wurden zudem mit fremdenfeindlichen Parolen und Hakenkreuzen beschmiert. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, gab der CSU indirekt eine Mitschuld an dem Anschlag: Sie habe in den vergangenen Monaten das Meinungsklima verschärft.
Der Marsch und eine Kundgebung vor den geplanten Unterkünften seien "vollkommen friedlich" verlaufen, teilte die Polizei mit. Die Ermittler fahnden weiter nach dem Täter oder den Tätern. Die Sonderkommission sei von 20 auf 30 Beamte aufgestockt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Für Hinweise ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.