Weihnachtsbotschaft: Papst mahnt zu Frieden in Nahost - DER SPIEGEL
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Weihnachtsbotschaft Papst mahnt zu Frieden in Nahost

Solidarität mit den Schwachen: Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft dazu aufgerufen, die Opfer internationaler Krisen zu unterstützen. Scharf verurteilte der Papst die anhaltende Gewalt in Syrien. In Deutschland riefen Kirchenvertreter zu mehr Engagement auf.
Weihnachtsbotschaft: Papst mahnt zu Frieden in Nahost
Weihnachtsbotschaft: Papst mahnt zu Frieden in Nahost

Weihnachtsbotschaft: Papst mahnt zu Frieden in Nahost

Foto: ALESSANDRO BIANCHI/ Reuters
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Rom/Freiburg/Düsseldorf - Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft zu Frieden, Stabilität und Solidarität mit den Leidenden aufgerufen. Vor Zehntausenden von Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom setzte sich das Oberhaupt der Katholiken am Weihnachtstag für den "Weg der Versöhnung, des Dialogs und der Zusammenarbeit" ein.

Er mahnte zur Solidarität mit den Opfern in internationalen Konflikten und Krisen auf: "Gemeinsam rufen wir göttliche Hilfe für die Bevölkerungen am Horn von Afrika an, die unter Hunger und Not leiden", sagte Benedikt von der Loggia des Petersdomes aus. Die internationale Gemeinschaft solle den zahlreichen Flüchtlingen aus dieser unsicheren Region helfen, "die in ihrer Würde hart auf die Probe gestellt sind".

Benedikt betonte die Krisenherde in Nahost: Er verurteilte die anhaltende Gewalt in Syrien, wo schon so viel Blut vergossen worden sei, und bat Gott um "volle Versöhnung und Stabilität im Irak und in Afghanistan". Den Ländern Nordafrikas und des Vorderen Orients wünschte er nach den Umbrüchen und Revolutionen dieses Jahres "neue Kraft beim Aufbau des Allgemeinwohls". Frieden und Stabilität seien dem Heiligen Land zu wünschen, ermutigte der Papst zur Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Israelis und Palästinensern.

Das Oberhaupt von knapp 1,2 Milliarden Katholiken weltweit erteilte dann den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) und verlas Weihnachtsgrüße in 65 Sprachen. Auf Deutsch sagte er: "Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!" Die traditionelle Weihnachtsansprache wurde bei sonnig-kaltem Wetter von TV-Anstalten in über 60 Länder übertragen. Am Heiligen Abend hatte Benedikt mit Tausenden Gläubigen die Christmette im Petersdom gefeiert.

Zollitsch: "Wir können nicht alles aus eigener Kraft leisten"

Auch die katholische Kirche in Deutschland rief zu mehr Solidarität auf. Die Menschen dürften sich nicht nur auf sich selbst verlassen, sondern müssten Partnerschaft untereinander leben, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, in seiner Predigt am ersten Weihnachtsfeiertag. "Wo wir meinen, alles aus eigener Kraft leisten zu können, befinden wir uns auf dem falschen Weg", sagte Zollitsch am Sonntag im Freiburger Münster. Ihre Grenzen zeigten den Menschen die "selbstgemachten Krisen wie die Euro-Krise oder Fukushima" auf.

Der Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, prangerte in seiner Weihnachtspredigt Unrechtsregime und rechtsradikale Gewalt an. Die Heilige Nacht habe das Leben und die Welt der Menschen nicht von aller Dunkelheit befreit, sagte Schneider am Samstag in der Düsseldorfer Johanneskirche. "Noch immer hören wir so manche Stiefel mit Gedröhn dahergehen - Stiefel von gewalttätigen Söldnern, von Schergen der Unrechtsregime und Stiefel von verblendeten Rechtsradikalen." Schneider, der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland ist, ging auch direkt auf blutige Konflikte ein: "Wir denken an Afghanistan, Syrien, Somalia und den Kongo."

fab/dpa/dapd