Weltjugendtag: Eine Million beten mit dem Papst - DER SPIEGEL
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Weltjugendtag Eine Million beten mit dem Papst

Blitzlichtgewitter und Kerzenmeer auf dem Kölner Marienfeld: Benedikt XVI. hat mit Hunderttausenden jugendlichen Gläubigen das Nachtgebet gefeiert. Die Veranstalter sprechen von rund einer Million Besuchern.
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Papst-Ankunft auf dem Marienfeld

Papst-Ankunft auf dem Marienfeld

Foto: DPA

Köln - Er kam mit Verspätung, aber er kam. Die Anfahrt zum Kölner Marienfeld legte Benedikt XVI. im gepanzerten Papamobil zurück. Die Jugendlichen, die teilweise seit 15 Stunden auf ihn gewartet hatten, quittierten das Eintreffen des Pontifex mit Freudenschreien, Fahnen wurden geschwenkt, Kameras und Handys gezückt. Zehntausende versuchten ein Foto zu schießen: der alte Mann mit den leuchtend weißen Haaren, fast ganz nah. Da schien es beinahe ein Wunder, als sich eine Gasse für das Gefährt auftat. So konnte der Papst auf den extra für diesen Zweck aufgeschütteten Hügel fahren. Zu Sprechgesängen, traditioneller Kirchenmusik, Tänzen und modernen Melodien wurde dann das Nachtgebet, der sogenannten Vigil, in zwei Teilen zelebriert: eine Vesper mit dem Einzug des Weltjugendtagskreuzes. Danach ein Gebet mit einer Lichtfeier. Auf dem ganzen Gelände waren Wasserpools aufgestellt, in deren Mitte Fackeln stecken.

In seiner Predigt räumte der Papst Fehler der katholischen Kirche ein und forderte die Gläubigen zur Treue im Glauben auf. "Wir machen uns nicht einen privaten Gott und nicht einen privaten Jesus zurecht, sondern beugen uns vor dem Jesus, den uns die Heiligen Schriften zeigen." An der Kirche könne man sehr viel Kritik üben: "Wir wissen es, und der Herr hat es uns gesagt: Sie ist ein Netz mit guten und schlechten Fischen, ein Acker mit Weizen und Unkraut." Der Papst verwies auf seinen Vorgänger Papst Johannes Paul II., der auch um Verzeihung gebeten habe für das, was durch das Handeln und Reden von Menschen der Kirche an Bösem in der Geschichte geschehen ist. Im Grund sei es doch tröstlich, dass es "Unkraut in der Kirche" gebe. "In all unseren Fehlern dürfen wir hoffen, doch noch in der Nachfolge Jesu zu sein, der gerade die Sünder berufen hat."

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Marienfeld: Papst macht mobil

Foto: DDP