Weltjugendtag: Nach Köln kommt Sydney - DER SPIEGEL
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Weltjugendtag Nach Köln kommt Sydney

Einer Pilgerin gegenüber lüftete der Papst jetzt ein Geheimnis: den Austragungsort des nächsten Weltjugendtags. Zudem gewährte der Pontifex Kanzler Schröder und Kandidatin Merkel Privataudienzen.
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Köln - Gerüchte gab es schon länger, nun hat Papst Benedikt XVI. das Geheimnis gelüftet: Beim Essen sagte er einer Australierin, er freue sich auf den nächsten Weltjugendtag in Sydney. Anschließend meldete auch Radio Vatikan die Entscheidung sei für Australien gefallen. Morgen wird der Pontifex traditionsgemäß beim Abschlussgottesdienst des Weltjugendtages ganz offiziell zum nächsten Treffen einladen.

Wenig bekannt wurde über das heutige Politiker-Defilee beim Papst: Im erzbischöflichen Haus des Bistums Köln begrüßte das Oberhaupt der katholischen Kirche zunächst Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und dessen Frau Doris Schröder-Köpf. Im Anschluss empfing er nacheinander Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) und CDU-Chefin Angela Merkel mit ihrem Mann Joachim Sauer sowie Nordrhein-Westfalens Minsterpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) mit Ehefrau Angelika.

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Privataudienzen: Politprominenz beim Papst

Foto: REUTERS

Im Gegensatz zum Kanzler und zu Thierse suchten Merkel und Rüttgers nach ihrem Treffen mit Benedikt XVI. das Rampenlicht - ohne dabei aus dem päpstlichen Nähkästchen zu plaudern. "Es war mir eine große Freude, den Heiligen Vater gesehen zu haben", sagte die in ein dunkles Kostüm gekleidete Merkel. Zum Inhalt ihrer Privataudienz sagte sie nur soviel: Man habe sich "gut unterhalten". Es sei schön, einen deutschen Papst auf deutschem Boden zu treffen, erklärte die in der atheistisch geprägten DDR aufgewachsene Pfarrerstochter. Heftige Kritik an Merkel hatte zuletzt der Kölner Erzbischof Joachim Meisner geübt. "Wie konnte eine Frau Familienministerin werden, die selbst geschieden ist und mit einem geschiedenen Mann zusammenlebt?", fragte der zürnende Kardinal in einem Interview.

Einzig Rüttgers gewährte einen kurzen Einblick in den Verlauf der Papst-Audienz - seiner zweiten nach 1998, als er von Papst Johannes Paul II. in Rom empfangen wurde. "Wir haben sehr, sehr intensiv über die Frage der Integration von Ausländern gesprochen", sagte der NRW-Ministerpräsident der Nachrichtenagentur AFP, "und zwar vor allem am Beispiel des Ruhrgebiets."

Nach einem Treffen mit Muslimen steht für den Abend noch eine Mammutveranstaltung auf dem Programm des Papstes: das Abendgebet auf dem Marienfeld bei Köln, zu dem Hunderttausende Pilger erwartet werden.

Seit dem frühen Morgen strömen die Gläubigen zum Marienfeld. Die Verkehrslage war in einigen Bereichen angespannt, die Autobahn 1 wurde zwischen den Anschlussstellen Köln-West und Erfttal gesperrt, teilten die Organisatoren am Mittag mit. Man rechne in Spitzenzeiten mit einem Ansturm von 100.000 Menschen zum Marienfeld, heiß es.

Die Organisatoren rieten nachdrücklich davon ab, mit Privatwagen zu dem knapp 20 Kilometer außerhalb der Domstadt liegenden Marienfeld zu fahren. Stattdessen sollten die Besucher des Abendgebetes (Vigil) und der morgigen Abschlussmesse auf die verschiedenen Shuttle-Angebote zurückgreifen.

Zur morgigen Abschlussmesse werden auf dem ehemaligen Braunkohle-Tagebau-Gelände rund 800.000 Menschen erwartet. Insgesamt haben sich nach Angaben der Organisatoren 424.000 Teilnehmer zum XX. Weltjugendtag angemeldet. Rund 379.000 hatten bis gestern Abend tatsächlich eingecheckt.