Wilderer in Mosambik: In der Gewalt von Navara - DER SPIEGEL
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Wilderer-Recherche In der Gewalt des Kingpins

Ein Mann mit dem Kampfnamen Navara zählt zu den berüchtigtsten Nashorn-Wilderern in Mosambik. Als der Afrika-Korrespondent des SPIEGEL ihn traf, wurde es brenzlig. Bartholomäus Grill über seine gefährliche Recherche.
Totes Nashorn im Krüger Nationalpark: Auf den Spuren der Wilderer
Totes Nashorn im Krüger Nationalpark: Auf den Spuren der Wilderer

Totes Nashorn im Krüger Nationalpark: Auf den Spuren der Wilderer

Foto: Salym Fayad/ dpa
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Sie nennen ihn wie einen Geländewagen: Navara. Weil er vor Jahren, als er noch auf den Raub von Autos spezialisiert war, das Modell Nissan Navara bevorzugt haben soll. Dieser Mann, Simon Ernesto Valoi, wird in Südafrika wegen zweifachen Mordes gesucht. Heute lebt er unbehelligt in einem Dorf im Limpopo-Nationalpark, nicht weit von der Grenze entfernt im Nachbarland Mosambik. Er gilt als einer der berüchtigtsten Wilderer-Bosse der Region.

1215 Nashörner wurden im vergangenen Jahr in Südafrika getötet und verstümmelt. Die Wilderer schlagen den Tieren die Hörner ab und verkaufen sie über Zwischenhändler in Mosambik nach Vietnam. Dort gilt Nashorn-Mehl als Wundermittel, für das hohe Summen gezahlt werden.

Gemeinsam mit dem schwedischen Fotografen Toby Selander wollte ich über die Wilderei und den illegalen Handel mit den Hörnern berichten. Die Recherche führte uns in Navarras Heimatdorf Mavodze. Sie führte dazu, dass wir in die Gewalt des Wilderers und seiner Bodyguards gerieten. Und sie führte dazu, dass wir um unser Leben fürchten mussten:

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Die Banditen und aufgehetzte Dorfbewohner drohten mehrfach an, uns zu vergewaltigen und zu töten. Als wir nach stundenlangen Verhören freigelassen wurden, war die Gefahr noch nicht vorüber. Denn korrupte Polizisten und Justizbeamte arbeiten mit den Bandenchefs zusammen. Der Staatsanwalt von Massingir leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruch gegen uns ein und erklärte, dass wir das Land in den nächsten fünf Tagen nicht verlassen dürfen.

Mosambik ist seit 1994 eine parlamentarische Demokratie, aber in Massingir ist der moderne Rechtstaat bis heute nicht angekommen. Der staubige Ort ist die Hauptstadt der Kingpins, wie die Wilderer-Bosse genannt werden. Hier herrschen Männern wie Navara.

Wir hatten Notfallpläne zurechtgelegt, um aus Massingir herauszukommen. Eine Überlegung war, mit einem Boot über den Staudamm und den Olifants River nach Südafrika zu fliehen. Eine andere war die Evakuierung per Helikopter; wir hatten schon einen geeigneten Landeplatz in unserer Busch-Lodge ausgeguckt.

Diese abenteuerliche Flucht war dann glücklicherweise nicht nötig. Mit einer schwerbewaffneten Polizeieskorte verließen wir Massingir und wurden auf sicherem Gebiet von einer Mitarbeiterin der schwedischen Botschaft in Empfang genommen. Es dauerte noch eine Woche, ehe wir zurück nach Kapstadt fliegen durften.

Ich habe im vergangenen Jahr ein Buch über meine Begegnungen mit dem Tod geschrieben ("Um uns die Toten"). Doch so nahe wie in Massingir ist er mir in meinen beinahe dreißig Korrespondentenjahren in Afrika noch nie gekommen.

Die ausführliche Reportage aus dem Wilderer-Gebiet lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL:

Wilderei
Foto: Foto: Marco Longari/ AFP

Mit der illegalen Jagd auf Nashörner verdienen Wilderer in Mosambik viel Geld. Bei ihren Recherchen vor Ort gerieten Bartholomäus Grill und Toby Selander in große Gefahr.Digitaler SPIEGEL 11/2015: Nashorn-Wildrer in Mosambik

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