Winterchaos: Sattelschlepper rast auf eisglatter Straße in Garage - DER SPIEGEL
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Winterchaos Sattelschlepper rast auf eisglatter Straße in Garage

Quer stehende Lastwagen, Blechschäden und umgestürzte Bäume: Schnee und Eis auf den Straßen haben in Deutschland zu etlichen Unfällen geführt. In Baden-Württemberg krachte ein Lastwagen in eine Garage, in Nordbayern mussten Hunderte Fahrer auf der Autobahn übernachten.
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Hamburg - Besonders im Norden Bayerns kam es bei heftigem Schneefall zu zahlreichen Unfällen: "In der vergangenen Nacht waren die Einsatzkräfte von Polizei und THW rund um die Uhr im Einsatz", sagte ein Bayreuther Polizeisprecher am Morgen. Auf der A 9 stünden mehrere Lastwagen quer und blockierten den Verkehr.

Auf der A 3 Würzburg-Aschaffenburg mussten Hunderte Autofahrer die Nacht in ihren Wagen verbringen. "Einige haben die Zeit sinnvoll genutzt und geschlafen", sagte ein Polizeisprecher aus Würzburg. Wegen des andauernden Schneefalls und Eisglätte hatten sich am Dienstagabend auch hier Lastwagen quer gestellt und die Fahrbahn zwischen Würzburg und Rohrbrunn blockiert. "Da mussten sich die Autofahrer hinten anstellen." Weil nichts mehr ging, alarmierte die Polizei das Bayerische Rote Kreuz, das die Wartenden mit heißem Tee und Keksen versorgte.

Auf der Autobahn 3 bei Nürnberg kam es am Morgen zu einem Verkehrschaos, sagte ein Polizeisprecher. Innerhalb kürzester Zeit fielen hier 20 Zentimeter Schnee, die auf den Fahrbahnen liegen blieben. Mehrere Lastwagenfahrer kamen dort mit ihren Transportern nicht mehr von der Stelle. Zudem drohten viele Bäume, unter der Last des Schnees umzukippen und mussten deshalb abgesägt werden. Vereinzelt kam es zu Stromausfällen.

Im baden-württembergischen Neustadt krachte in der Nacht zu Mittwoch ein belgischer Sattelzug auf schneeglatter Straße in eine Garage. Wie die Polizei mitteilte, wurde der 55-jährige Fahrer durch den Aufprall verletzt und kam in ein Krankenhaus. Der Mann war auf abschüssiger Strecke mit dem Sattelzug nach links von der Straße abgekommen und gegen die Garage geprallt. Neben den Schäden an dem Lastwagen und der Garage wurde auch noch ein Auto in der Garage schwer beschädigt. Die Straße musste für die Bergungsarbeiten vier Stunden gesperrt werden.

Schnee und glatte Straßen führten auch in Hessen zu Unfällen und Behinderungen. Vor allem in Nord- und Osthessen war die Polizei gefordert. Bei Kassel fuhr ein Sattelzug auf einer Landstraße in den Graben. Auf der Autobahn 7 drehte sich vor dem Kreuz Kassel ein Auto und blieb quer zur Fahrbahn stehen. Ein zweites Auto prallte in das Fahrzeug, zwei Menschen wurden dabei verletzt.

Die Rückkehr des Winters machte auch der Feuerwehr zu schaffen: Ein Schneepflug musste am Dienstagabend bei einem Schwelbrand in einem Ferienhaus im hessischen Poppenhausen erst einmal den Weg für die Feuerwehr räumen, bevor mit den Löscharbeiten begonnen werden konnte.

In Hamburg rückten 50 Feuerwehrleute zu einem ungewöhnlichen Einsatz aus: Wegen des Winterwetters hatte die Crew einer DHL-Maschine Enteisungsspray eingesetzt, das von der Klimaanlage des Fliegers angesogen wurde. Im Flugzeug wurden die Dämpfe zunächst für Rauch gehalten, teilte die Feuerwehr am Mittwoch mit. Deshalb musste ein Teil der geladenen Briefe wieder entladen werden. Die Maschine konnte erst mit großer Verspätung starten.

Die Aussichten bleiben winterlich und windig: Am Mittwoch soll der Schneefall in der Ost- und Südhälfte Deutschlands allmählich nach Osten abziehen. In Vorpommern und der Uckermark wird es zunächst noch regnen. Im Erzgebirge und vor allem am Alpenrand schneit es teils kräftig und länger andauernd.

Laut Vorhersage des Wetterdienstes meteomedia beginnt der Tag mit Sonnenschein, ab Mittag ist im Westen und Nordwesten mit Schnee- und Graupelschauern zu rechnen. Der Wind aus West bis Nord weht in der Osthälfte und an der Nordsee noch zeitweise stark, örtlich sind stürmische Böen möglich. Die Höchstwerte liegen zwischen minus ein und plus vier Grad.

ala/dpa

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