Winterschwimmer: Eiszeit in der Badehose - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Winterschwimmer Eiszeit in der Badehose

Rund um den Globus sprangen gestern und heute Menschen ins winterlich eisige Wasser. An vielen Orten ist dies eine religiös begründete Tradition, die mit dem offiziellen Ende der Weihnachtszeit am 6. Januar zusammenhängt. Warum aber springen auch Chinesen in einen eiskalten Fluss?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Im deutschsprachigen Raum heißt es Dreikönigsschwimmen: Wenn Wagemutige oder, wie mancher vielleicht sagen würde, Lebensmüde sich in die eiskalten Januarfluten stürzen, um dem Herrn oder zumindest der Tradition zu huldigen. Anderswo wird nach dem Epiphania-Kreuz getaucht: Ein Priester wirft ein wertvolles Kruzifix ins Wasser und abgehärtete junge Männer hechten hinterher, um es wieder zurück an die Oberfläche zu bringen.

Fotostrecke

Winterschwimmer: Eiszeit in der Badehose

Foto: DPA

In Russland kommen die Taucher ohne Kreuz aus - dafür haben sie, wohl wegen der hoffentlich vorhandenen wärmenden Speckschicht, den Spitznamen "Walrösser".

Auch in Florida wird diese Tradition aufrechterhalten - allerdings ohne dass dafür Winterspeck oder eine allzu gute körpereigene Heizung erforderlich wären. Schließlich sind die Gewässer des südlichsten US-Staates auch im Januar angenehm temperiert.

Warum aber ausgerechnet in China am 6. oder 7. Januar Menschen freiwillig in die winterlich eisige Brühe springen, ist nicht ganz klar. Vielleicht aus Solidarität mit den kältebegeisterten Bewohnern des christlichen Abendlandes? In Peking jedenfalls nutzten Hunderte von ungerührten Eiswasserschwimmern die Gelegenheit, um mit merkwürdigen Kopfbedeckungen und Gänsehaut noch einmal eindringlich darauf hinzuweisen, dass dort 2008 die Olympischen Spiele stattfinden. Die olympischen Sommerspiele wohlgemerkt. Vielleicht wollten die Badenden mit ihrem Sprung ins kalte Wasser einfach der Vorfreude auf die dann hoffentlich höheren Temperaturen Ausruck geben.