WM-Fans: Emotionen in schwarz-rot-gold - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

WM-Fans Emotionen in schwarz-rot-gold

Mit großen Emotionen war das Spiel Italien-Deutschland erwartet worden. Millionen Menschen fieberten in der Republik mit. Die erste Bilanz der Polizei: Nach der Niederlage seien die Fans traurig - aber friedlich.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Trotz der Niederlage seien die Fans sehr friedlich, sagte eine Sprecherin des Landes Berlin. Die Polizei bestätigte, dass die Atmosphäre ruhig und entspannt sei. "Sie sind jetzt alle sehr niedergeschlagen", sagte eine Sprecherin. Es habe einige, wenige Festnahmen gegeben. Ein Fans sagte: "Natürlich sind wir sehr enttäuscht." Aber: "Jetzt werden wir eben Dritter."

Millionen von Fußball-Fans in ganz Deutschland hatten beim WM-Klassiker DFB-Team gegen Italien mitgefiebert. Die größte Fanmeile der Republik in Berlin verzeichnete mit 900.000 Besuchern einen vorläufigen WM-Rekord. Im Spielort Dortmund ging die Stadt von 200.000 angereisten Fans aus dem ganzen Bundesgebiet aus - ein Rekord für die Bierstadt.

In Frankfurt tummelten sich nach offiziellen Angaben in der Main-Arena 80.000 Zuschauer, die sich das Spiel auf einer überdimensionalen, schwimmenden Leinwand ansahen. Auch das Frankfurter Stadion war mit 35.000 Fans gut gefüllt. In Köln waren die Public-Viewing-Gelände am Roncalli-Platz (6500) und am Heumarkt (5000) so überfüllt, dass man die Besucher auf die Deutzer Werft (30.000) umleitete. In München bevölkerten 13.000 Menschen die Theresien-Wiese und 22.000 das Olympiagelände.

Prominentester Besucher der Fansmeile in Berlin war der regierende Bürgermeister Klaus Wowereit. Der SPD-Politiker wollte mit weiteren Mitgliedern des Senats an seiner Seite auch ein Zeichen für die Sicherheit des größten deutschen Fanfestes setzen, nachdem am Sonntag bei einer Amokfahrt 25 Menschen verletzt worden waren. Insgesamt wurde das Spiel auf elf Großbildleinwänden gezeigt.

Der Senat hat das Fanfest wegen des enormen Ansturms bei den vergangenen beiden Spielen der deutschen Mannschaft eigens bis hinter den Großen Stern vergrößert. Bereits einige Stunden vor Spielbeginn sperrten die Veranstalter die Eingänge in Höhe des Brandenburger Tores.

Zudem wurde die Sperrung des Kurfürstendamms und anliegender Straßen vorbereitet. Hier hatten nach den Siegen gegen Schweden und Argentinien bis zu 60.000 Menschen die Erfolge der deutschen Nationalmannschaft spontan bis in den frühen Morgen gefeiert.

Auf den großen Public-Viewing-Geländen in Dortmund am Südwall, dem Friedensplatz und den Westfalenhallen stimmten sich über 50.000 Menschen lange vor dem Anpfiff auf den Klassiker ein. Der Südwall im Zentrum, auf dem eigens für das Halbfinale eine neue Fanmeile eingerichtet worden war, wurde schon um 12 Uhr für den Autoverkehr gesperrt.

jul/sid/AP