Einsturzgefahr Wohnungen in "Esso-Häusern" werden endgültig geräumt
"Essohaus" in Hamburg: Die Balkone müssen mit Balken gestützt werden
Foto: Maja Hitij/ dpaHamburg - Drei Wochen nach der Evakuierung der einsturzgefährdeten "Esso-Häuser" auf der Hamburger Reeperbahn sollen die Wohnungen von Montag an geräumt werden. "Der Hausstand ist noch in den Wohnungen", sagte der Sprecher des Eigentümers Bayerische Hausbau, Bernhard Taubenberger. Die Mieter dürften ihre Möbel und Umzugskartons nur mit Hilfe einer Spedition aus den Häusern holen. 15 der 80 Mietparteien hätten Ersatzwohnungen bezogen.
Das Bezirksamt Mitte geht davon aus, dass im Januar und Februar weitere 20 Parteien in andere Wohnungen ziehen werden. Die Behörde rechnet damit, dass der vom Eigentümer beantragte Abbruch noch im Januar genehmigt wird und dann rasch erfolgen kann.
Die rund 100 Mieter waren zunächst bei Verwandten, Freunden oder in Hotels untergekommen. Viele Hausbewohner wünschten sich, im Stadtteil St. Pauli zu bleiben - angesichts des angespannten Wohnungsmarktes sei das aber schwierig, sagte Taubenberger.
Auf Anordnung des Bezirksamts sind die Häuser direkt an einer "Esso"-Tankstelle bei der Reeperbahn gesperrt. Sie waren Mitte Dezember evakuiert worden, weil Bewohner von wackelnden Wänden berichteten.
Der Eigentümer plante den Abriss der Häuser schon länger, auf dem Grundstück soll neu gebaut werden. Gegen die Pläne gab es immer wieder Proteste. Eine Initiative wirft Investoren und Politik vor, sie hätten den Gebäudekomplex vorsätzlich verfallen lassen, was von der Gegenseite bestritten wird.