Explosion in Kanada Unglückszug hat sich "selbständig gemacht"
Explosion in Kanada: Unglückszug hat sich "selbständig gemacht"
Foto: REUTERS/Surete du QuebecQuebec - Der Unfall eines mit Rohöl beladenen Zuges im kanadischen Lac-Mégantic ist rätselhaft: Der Lokführer habe den Zug ordnungsgemäß abgestellt, bevor der sich "irgendwie selbständig gemacht" habe, sagte Joseph McGonigle, Vizepräsident der Eisenbahngesellschaft "Montreal, Maine and Atlantic Railway". Als der Zug losfuhr sei niemand mehr an Bord gewesen.
Zugunglück: Feuerball über kanadischer Kleinstadt
Der Zug mit 73 Waggons war vergangene Nacht in der 6000-Einwohner-Stadt Lac-Mégantic nahe der Grenze zu den USA entgleist und explodiert. Die Explosionen - laut der Zeitung "Le Journal de Montréal" fünf oder sechs - und die von dem Öl genährten Brände zerstörten mindestens 30 Gebäude. Rund tausend Menschen mussten ihre Häuser verlassen, um den Flammen und den dicken, schwarzen Rauchschwaden zu entgehen, die über die Stadt zogen.
Die Polizei bestätigte am Nachmittag den Tod eines Menschen. Nach Angaben kanadischer Medien werden rund 60 Menschen vermisst. Eine rasch eingerichtete Facebook-Seite soll helfen, Angehörige und wieder aufgetauchte Vermisste zusammenzubringen. Die Gleise, über die der Zug fuhr, verlaufen in der Nähe einer unter jungen Menschen beliebten Bar in der Stadt.
Amateurvideos im Netz zeigen schon zu Beginn des Unglücks mächtige Flammen. Zum Entsetzen des filmenden Augenzeugen kommt es dann zu schweren Explosionen, die Flammen reichten Dutzende Meter in den Nachthimmel. Der Unglücksort ist weiträumig abgesperrt, die Hitze des riesigen Feuers erschwert die Löscharbeiten. Ein Teil des Rohöls lief in den See, der dem Städtchen seinen Namen gab.