Geständnis Pierre Brice tötete im Indochina-Krieg
Hamburg - Der Kampf um Leben und Tod sei die Hölle gewesen, gestand der 75-jährige Brice in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung. Im Alter von 19 Jahren hatte sich der spätere Karl-May-Star freiwillig für den Indochina-Krieg gemeldet, "um gegen die Kommunisten zu kämpfen". Was jedoch als "großes Abenteuer meines Lebens" begann, endete für den französischen Jungsoldaten bald in der brutalen Realität des Krieges.
Drei Episoden mit direktem Feindkontakt und tödlichem Ausgang rekapituliert Brice in dem Interview: Als er in Vietnam 1948 Wache schob, habe ein "Vietcong" sich an ihn herangeschlichen und nach seinem Gewehr gegriffen. Er habe die Waffe daraufhin unwillkürlich an sich gerissen und das ganze Magazin abgefeuert. "Im Schein einer Lampe" habe er dann den toten feindlichen Soldaten liegen sehen.
Ein anders Mal habe ein "schwarz gekleideter Vietcong" mit seinem Gewehrlauf direkt zwischen Brices Augen gezielt. Nur seine Geistesgegenwart rettete den 19-Jährigen dabei offenbar vor dem sicheren Tod: "Meine Hand glitt zu meinem Stiefel, in dem mein Dolch steckte. Ich zog ihn heraus und versetzte ihm (dem Vietminh) einen Stoß mit dem Messer, der ihn zu Boden gehen ließ", schildert Brice seine Reaktion. In einer anderen Situation habe ein Vietcong ihn von einem Baum aus ins Visier genommen. Die Kugel habe ihn jedoch nicht getroffen, was ihm Zeit gegeben habe, selbst den Abzug zu betätigen und den feindlichen Soldaten vom Baum zu schießen.
Über die genaue Zahl der von ihm getöteten Menschen wollte Brice sich über seine Kriegsanekdoten hinaus nicht äußern: "Sprechen wir über etwas anders. Courage ist das Wort meines Lebens."