Geständnis US-Taliban Walker droht hohe Strafe
Washington - Er sei Mitglied der "Ansar" - zu Deutsch "Helfer" - gewesen, sagte John Walker in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN. Dies sei eine Truppe arabisch sprechender Kämpfer. "Es war genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte", erklärte er weiter.
Das Interview war kurz nach der Gefangennahme Walkers Ende November in der Nähe von Masar-i-Scharif aufgenommen worden, bislang aber nur in Auszügen ausgestrahlt worden. Das vollständige Band wurde nun aus Afghanistan gebracht und gezeigt. Nach Angaben von Juristen könnte sich der 20-Jährige mit seinen Äußerungen selbst schwer belastet haben. Das US-Verteidigungsministerium prüft noch eine Anklage gegen Walker. Für die Unterstützung terroristischer Aktivitäten drohen ihm jetzt bis zu zehn Jahre Gefängnis. Wird er des Landesverrats überführt, sogar die Todesstrafe.
Walker war vor vier Jahren zum Islam übergetreten und lebt seit zwei Jahren in Jemen und Pakistan. Um im "Heiligen Krieg" zu kämpfen, hatte er sich den Taliban angeschlossen. Zusammen mit mehreren Taliban-Kämpfern hatte er die Gefangenenrevolte bei Masar-i-Scharif überlebt und war dort gefangen genommen worden. Walker bezeichnete die Revolte als "Fehler einiger weniger". Die Kämpfer hätten sich zur Aufgabe entschlossen, und er sei entsetzt gewesen, als er sah, dass einige Handgranaten in ihren Taschen versteckten.
Walker wird auf einem amerikanischen Kriegsschiff vor der Küste Pakistans festgehalten.