Gestoppter Frachter: "Sprengkraft einer Atombombe" - DER SPIEGEL
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Gestoppter Frachter "Sprengkraft einer Atombombe"

Spezialeinheiten griechischer Sicherheitsbehörden haben am Sonntag ein Schiff mit 680 Tonnen TNT-Sprengstoff beschlagnahmt. Griechenland schließt einen terroristischen Hintergrund nicht aus.
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Athen - Die unter der Flagge der Komoren fahrende "Baltic Sky" sei seit beinahe sechs Wochen auf dem Mittelmeer unterwegs, teilte das Ministerium für Handelsschifffahrt am Montag mit.

"Man könnte auf die Idee kommen, dass es irgendeine Verbindung zu terroristischen Gruppen gibt", sagte Minister Giorgios Anomeritis. "Deshalb haben wir das Schiff gestoppt, als es in griechische Hoheitsgewässer eindrang."

Der Frachter wurde in den Hafen Platiyali 235 Kilometer nordwestlich von Athen gebracht und durchsucht. Platiyali sei wegen seiner Abgelegenheit ausgewählt worden, sagte Anomeritis, der die Ladung des Schiffes mit einer Atombombe verglich.

Seinen Angaben zufolge handelte es sich um TNT. In den Schiffspapieren ist die Fracht dagegen als ANFO ausgewiesen, ein Sprengstoff, der oft im Bergbau oder bei Bauarbeiten verwendet wird.

Die Besatzung, fünf Ukrainer und zwei Aserbaidschaner, wurden noch verhört. Sie könnten angeklagt werden, weil sie die gefährliche Ladung nicht deklariert hätten, hieß es.

Als Lieferadresse ist in den Papieren ein Unternehmen in Sudan aufgeführt, bei dem es sich nach Angaben der griechischen Behörden aber um eine Briefkastenfirma handelt. "Niemand kennt den Empfänger, darum weiß auch niemand, wozu der Sprengstoff verwendet werden sollte", sagte der Handelsschifffahrtsminister. Seine Behörden verfolgten den Weg des Schiffes bereits, seit es den Sprengstoff sowie 8.000 Zünder am 12. Mai in der osttunesischen Hafenstadt Gabes eingeladen hatte.

Am 22. Mai sei der Frachter bei Istanbul gesichtet worden und am 2. Juni in der Ägäischen See zwischen der Türkei und Griechenland, sagte Anomeritis. Als Reeder des 37 Jahre alten Schiffes wurde das Unternehmen Alpha Shipping im Pazifikstaat Marschall-Inseln genannt.

Nato-Staaten durchsuchen seit einigen Monaten Schiffe im östlichen Mittelmeer. Nach den Selbstmordanschlägen in Saudi-Arabien und Marokko sowie einer Terrorwarnung für Kenia sind die Sicherheitsmaßnahmen in der Region verstärkt worden.