Gestrandeter Öltanker Bergung bei stürmischer See
Neustadt - Dänische Spezialschiffe wollen vor der Bergung gut 1000 Tonnen Öl aus dem 200 Meter langen Tanker abpumpen, um ihn leichter zu machen. Zwei Schlepper seien derzeit vor Ort im Einsatz, sagte der Sprecher. Gefahr für die Umwelt oder die Besatzung des Tankers, der 55.000 Tonnen Öl an Bord hat, bestehe weiterhin nicht. Trotzdem stünden Ölbeseitigungskommandos für alle Fälle bereit.
Am Montagabend waren dänische Rettungsexperten an Bord des Tankers, um mit den Verantwortlichen zu verhandeln. Das Schiff fährt unter der Flagge der Bahamas und war in der Nacht zum Montag im dänischen Bereich der Kadet-Rinne zwischen dem Darß in Mecklenburg-Vorpommern und der dänischen Insel Falster auf Grund gelaufen. Öl trat dabei nach Auskunft der Behörden nicht aus. Als Unfallursache wurde ein Navigationsfehler nicht ausgeschlossen.
Politiker und Verbände forderten nach der Havarie, die Sicherheit des Schiffsverkehrs und vor allem bei Tankern zu erhöhen. Der Experte der Umweltstiftung WWF, Alfred Schumm, sagte: "Wenn der Tanker bricht, kommt es zur größten Ölkatastrophe in der Ostsee." Dass dies geschieht, ist nach Auskunft der Behörden nahezu ausgeschlossen.
Der Unglücksort liegt in einem der am stärksten befahrenen Schifffahrtswege der Ostsee. Wegen ihrer relativ geringen Breite und Tiefe gilt die Route "als recht schwieriges Fahrwasser", erläuterte der Leiter des Stralsunder Wasser- und Schifffahrtsamtes, Falk Meyer.