Gesundheit Rückholaktion für Aids-Tabletten
Hamburg - Die Gefahr durch eine unsachgemäße Lagerung der Tabletten schätzt das Gesundheitsministerium zwar als gering ein, im Interesse der Patienten soll aber jedes Risiko vermieden werden. Diese Einschätzung teilt das NRW-Gesundheitsministerium nicht. Es hält eine Rückholaktion für nicht erforderlich, da die Arzneimittel nach internationalem Standard produziert worden seien. Betroffen sind Pharmahändler in NRW, im Saarland und in Schleswig-Holstein.
Hintergrund ist ein Skandal: Aids-Medikamente, die erheblich verbilligt an Gesundheitsorganisationen in Afrika abgegeben worden waren, wurden auf den europäischen Markt zurückgeschleust. Die bisher sichergestellten Arzneimittel haben einen Marktwert von über 30 Millionen Euro - in Afrika waren sie durchschnittlich sechsmal billiger verkauft worden.