Gesunkene "Prestige": Katastrophen-Kapitän darf nach Hause - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Gesunkene "Prestige" Katastrophen-Kapitän darf nach Hause

Zwei Jahre nach dem Untergang des Tankers "Prestige" vor der Küste Spaniens darf der griechische Kapitän des Schiffs über Weihnachten in seine Heimatstadt Piräus zurückkehren. Der 69-Jährige durfte Spanien bislang nicht verlassen, weil ihm vorgeworfen wird, an dem schlimmsten Tankerunglück Westeuropas mitschuldig zu sein.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Piräus - "Ich bedanke mich bei allen, die es mir möglich machten, zu Hause mit meiner Familie Weihnachten feiern zu können", sagte Apostolos Mangouras im Fernsehen. Die spanische Justiz hatte ihm vor rund zwei Wochen die Erlaubnis für die Heimreise erteilt. Der Kapitän muss sich regelmäßig bei den griechischen Behörden melden und nach Spanien zurückreisen, sobald der Prozess beginnt. Mangouras sagte, die spanischen Behörden hätten ihn "gut behandelt".

Der Grieche war nach dem Tankerunglück im November 2002 festgenommen worden. In den vergangenen Monaten lebte er in einem Hotel in Barcelona, durfte Spanien aber nicht verlassen. Er ist einer der Beschuldigten, gegen die in Spanien wegen der Ölkatastrophe ermittelt wird. Die "Prestige" war am 13. November 2002 mit 77.000 Tonnen Schweröl an Bord in Seenot geraten und sechs Tage später gesunken. Das ausgelaufene Öl hatte rund 2000 Kilometer Küste verseucht und unzählige Meerestiere und Seevögel getötet. Der Schaden wird auf mindestens eine Milliarde Euro geschätzt. Im Wrack der "Prestige" lagern noch immer Tausende Tonnen Öl.