Gewaltverbrecher Schmökel "Schnauze voll"
Neuruppin - Alle bisherigen Meldungen aus der Bevölkerung hätten zu keinem Ergebnis geführt, sagte ein Sprecher der Polizei in Strausberg.
Zuvor war bekannt geworden, dass Schmökel auf seiner Flucht insgesamt vier Briefe geschrieben und am Montag in Neuruppin aufgegeben hatte. Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) sagte im SFB-Fernsehen, Schmökel habe an seinen ehemaligen Mitinsassen im Maßregelvollzug Neuruppin, seine Tochter, einen Brieffreund und an eines seiner früheren Opfer geschrieben.
Der Brief an den Mitinsassen enthalte wichtige Informationen, sagte Schönbohm. Einzelheiten nannte der Minister allerdings nicht. Das Landeskriminalamt habe mit den Empfängern der Briefe Verbindung aufgenommen. Es sei noch nicht geklärt, ob Schmökel die Sendungen in Neuruppin selbst eingeworfen habe.
Medienberichten zufolge beklagt sich Schmökel in einem seiner Briefe über seinen schlechten Zustand, er sei "lebensmüde" und habe "die Schnauze voll".
Die Polizei kündigte an, ihre Suche im Raum Strausberg sowie in Neuruppin wieder aufzunehmen. Jedoch werdedie intensive Fahndung auch "auf andere Bereiche" ausgedehnt, Innenminister Jörg Schönbohm.
Schmökel, der in einer geschlossenen Einrichtung in Neuruppin lebte, war am Mittwoch der vergangenen Woche in Strausberg östlich von Berlin entkommen. Dabei stach er einen Pfleger nieder und verletzte ihn schwer.
Die Belohnung für Hinweise zur Ergreifung des 38-Jährigen wurde auf 50.000 Mark erhöht. Dies unterstreiche, wie groß das von dem Flüchtigen ausgehende Gewaltpotenzial sei, erklärte Schönbohm. Die Ermittlungsbehörden veröffentlichten unterdessen ein aktualisiertes Fahndungsfoto von Schmökel.