Gewerkschaft: Junge Lokführer sollen besser angeleitet werden - DER SPIEGEL
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Gewerkschaft Junge Lokführer sollen besser angeleitet werden

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Der Vorsitzende der Gewerkschaft der deutschen Lokomotivführer, Manfred Schell, hat sich nach dem Zugunglück von Brühl für eine Veränderung der Ausbildung von Lokomotivführern ausgesprochen.

Im ZDF-Morgenmagazin forderte er am Dienstag, dass junge Lokomotivführer nicht direkt im Anschluss an ihre siebenmonatige Ausbildung am Steuer von Fernzügen mit bis zu 1200 Fahrgästen und einer Geschwindigkeit von 180 bis 200 Stundenkilometern sitzen dürften. Eine so genannte "sechsmonatige gelenkte Beschäftigung unter Überwachung von erfahrenen Lokomotivführern" müsste im Anschluss an die Ausbildung wieder eingeführt werden, forderte Schell.

Als weitere Konsequenzen aus dem Zugunglück von Brühl könne er sich technische Verbesserungen vorstellen. Es sei denkbar, dass künftig am Rand von Zugstrecken genauso wie auf Autobahnen permanent und nicht nur zu Beginn auf Geschwindigkeitsbegrenzungen hingewiesen werde. Sinnvoll wäre bei langen Baustellenabschnitten auch die Installation einer induktiven Zugbeeinflussung, die Züge bei zu hohen Geschwindigkeiten automatisch abbremse.

Wie es zu dem Unglück von Brühl kommen konnte, sei für ihn immer noch "völlig unerklärlich", sagte Schell. Solange der 28-jährige Zugführer nicht vernehmungsfähig sei, könne man nur Vermutungen anstellen.