Giftbrühe: Tote Fische auch in Bulgarien - DER SPIEGEL
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Giftbrühe Tote Fische auch in Bulgarien

Die Zyanid-Giftbrühe aus der rumänischen Goldmine ist auf dem Weg ins Naturparadies Donaudelta: In Bulgarien sind die ersten toten Fische gesichtet worden. Ungarn hat inzwischen 500 Tonnen vergifteten Fisch aus der Theiß geholt, in Rumänien herrscht Trinkwassernotstand.
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Bukarest - Etwa 50 tote Fische wurden am Freitagmorgen am Ufer des westlichsten Donauabschnitts in Bulgarien gefunden. Nach Informationen der amtlichen Nachrichtenagentur BTA ist die Ursache allerdings noch unklar. So könnten die Tiere auch durch eine Explosion beim Fischfang verendet sein. Aber auch eine Vergiftung durch Zyanid wurde von der Umweltbehörde nicht ausgeschlossen. Die chemischen Analysen seien noch nicht abgeschlossen, hieß es.

Die inzwischen stark verdünnten Blausäure-Abwässer treiben jetzt auf das Donau-Delta zu. Das Delta gilt weltweit als das wichtigste nach dem des Amazonas und als eines der intaktesten. Der rumänische Teil war vor zehn Jahren zum Biosphärenreservat erklärt worden. Die Umweltbehörden der Ukraine, die an das Delta grenzt, rechnen allerdings nicht mit größeren Schäden.

In den rumänischen Donau-Städten Orsova und Drobeta Turnu Severin hat die Giftbrühe einen Trinkwasser-Notstand ausgelöst. Das berichteten rumänische Tageszeitungen am Freitag. Die Zyanidkonzentration habe 0,023 Milligramm pro Liter betragen und damit die zugelassene Höchstgrenze von 0,01 Milligramm pro Liter überschritten.

Da das Trinkwasser im rumänischen Drobeta Turnu Severin teilweise aus der Donau entnommen wird, musste die Versorgung aus der Leitung für Haushalte und Krankenhäuser unterbrochen werden. Patienten aus den örtlichen Kliniken wurden in die nächsten Krankenhäuser von Resita, Craiova und Targu Jiu verlegt.

Hat ein Gegenmittel das Fischsterben verursacht?

Während Ungarn das Zyanid, das am 31. Januar aus einer rumänischen Goldmine ausgetreten war, für das Fischsterben verantwortlich machte, sprach ein rumänischer Beamter einem in Ungarn verwendeten chemischen Gegenmittel die Schuld dafür zu. Das hatte Ungarn ebenso zurückgewiesen wie ein serbischer Wissenschaftler. Die Uno-Umweltorganisation Unep, die mit einer Laboreinheit in Rumänien weilt, hat sich noch nicht zu den Ursachen geäußert.

Unterdessen hat Bayern angeboten, Wasserexperten in das Katastrophengebiet zu entsenden. Zwei bis drei Wissenschaftler könnten bei der Schadensaufnahme und -bekämpfung der verseuchten Gewässer eingesetzt werden, teilte das Umweltministerium mit.