Giftwelle in der Donau Auch Ungarn will klagen
Belgrad - Man werde den rumänischen Staat, das in Rumänien ansässige Betreiberunternehmen der Mine und dessen australischen Mehrheitseigentümer verklagen, sagte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban am Dienstag in Budapest.
Durch den Giftunfall vor zwei Wochen wurde in dem rund 300 Kilometer langen ungarischen Theiß-Abschnitt jegliches Leben ausgelöscht. Prozesse gegen die Verantwortlichen hatte am Dienstag auch der serbische Umweltschutzminister Branislav Blazic in Belgrad angekündigt.
Wie Orban weiter ausführte, werde Budapest den Prozess gegen den rumänischen Bergwerksbetreiber in Rumänien oder in Ungarn anstrengen, den Prozess gegen den australischen Mehrheitseigentümer in Australien. Das Verfahren gegen den rumänischen Staat gestalte sich "komplizierter". Die ungarische Regierung würde ein von beiden Parteien bestimmtes und akzeptiertes Ad-hoc-Schiedsgericht bevorzugen, sagte er.
Ende Januar waren hochgiftiges Zyanid und Schwermetalle aus einer Goldmine in Nordwestrumänien in die Theiß geflossen. Von dort gelangte die Giftwelle in die Donau. Insgesamt wurden 700 Kilometer Fluss verseucht. Etliche Anrainerstaaten gaben Trinkwasserwarnungen aus. Am Dienstag erreichte die Giftwelle über die Donau wieder ihr Ursprungsland Rumänien.