Gigi D'Agostino über Nazi-Parolen zu »L’amour toujours«: »Mein Lied handelt von der Liebe« - DER SPIEGEL
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Gigi D’Agostino über »L’amour toujours« »In meinem Lied geht es um ein wunderbares Gefühl, das die Menschen verbindet«

Naziparolen auf seinen Beat? Der italienische Musikproduzent Gigi D’Agostino stellt klar, wie er seinen Pophit »L’amour toujours« verstanden wissen will: als Hymne an die Liebe.
Gigi D’Agostino: »Mein Lied handelt von der Liebe«
Gigi D’Agostino: »Mein Lied handelt von der Liebe«

Gigi D’Agostino: »Mein Lied handelt von der Liebe«

Foto: Avalon / Fairlight / IMAGO

Was ursprünglich als Hymne an die Liebe gedacht war, hat sich zum Vehikel rechter Propaganda entwickelt. Gigi D’Agostinos Dance-Hit aus dem Jahr 2001 schallt seit vielen Jahren über Beachparties und Dorffeste. Refrain und Beat laden zum ausgelassenen Tanzen, Hüpfen, Feiern. Es hat sich aber auch eine ganz andere Version des Songs verbreitet, zuletzt zu hören auf einem Video von einer Nobel-Pfingstparty auf Sylt.

Die rechtsradikalen Parolen, die auf den Beat getextet wurden, haben ebenso eindeutige Reaktionen hervorgerufen. Es laufen bereits mehrere Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung und Verwendung von verfassungswidrigen Kennzeichen, einige haben ihre Jobs verloren. Nun äußert sich auch der italienische DJ. »Mein Lied handelt von der Liebe«, teilte D’Agostino dem SPIEGEL am Samstag mit.

Sylt ist kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten war der menschenfeindlich umgedichtete Refrain von »L’amour toujours« immer wieder auf den unterschiedlichsten Partys zu hören. Der SPIEGEL hatte daher D’Agostino bereits im Februar angeschrieben und nun eine Rückmeldung erhalten. Er wisse nichts über die beschriebenen Vorfälle, stellt er gleich zu Anfang klar. Von den sozialen Medien halte er sich fern, »um meinen Geist zu schützen«.

Zu dem aktuellen Missbrauch seines Songs äußert er sich auch im Weiteren nicht. Wohl aber über den Song selbst und die Intention. »In meinem Lied geht es um ein wunderbares, großes und intensives Gefühl, das die Menschen verbindet. Es ist die Liebe«, so D’Agostino weiter. Die Liebe, die er für seine Frau, seine Familie, für die Musik und das Tanzen empfinde. Es geht um den Wunsch, die Familie fest zu umarmen und Danke zu sagen, den Wunsch, »Worte der Liebe zu singen und gemeinsam zu tanzen«. Das, so endet sein Plädoyer, »das ist die einzige Bedeutung, die mein Lied hat«.

sak/esw