"Girls' Day" Mit Mama und Papa zur Arbeit
Hannover - Die Koordinierungsstelle in Bielefeld sprach von einem guten Auftakt des Orientierungstages. Beim "Girls' Day" können Mädchen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren statt zur Schule mit ihren Eltern zur Arbeit gehen und die Jobs aus der Nähe kennen lernen. An einigen Orten ist die Teilnahme auf bestimmte Klassenstufen begrenzt.
Die Idee zu einem solchen Mädchen-Tag kommt aus den USA. Dort wird er seit 1993 an jedem vierten Donnerstag im April praktiziert. Mittlerweile beteiligen sich 30 Prozent der US-Firmen daran.
In Deutschland hätten sich trotz einiger organisatorischer Probleme viele Schulen und Firmen "kurzfristig zu einer Teilnahme entschlossen", hieß es aus Bielefeld. Getragen wird die Idee vom Bundesbildungsministerium, von Firmen und Gewerkschaften. Ein Schwerpunkt der Aktionen liegt in Niedersachsen.
Obwohl Mädchen im Durchschnitt bessere Berufsabschlüsse erreichen als Jungen, ergriffen sie nach wie vor schlechter bezahlte Berufe wie Arzthelferin, Bürokauffrau oder Frisörin, berichtet die niedersächsische Arbeitsministerin Gitta Trauernicht. Bei den Studienanfängern in Informatik seien nur ein Fünftel Frauen, und unter den jungen Leuten, die eine IT-Ausbildung beginnen, seien sogar nur 14 Prozent Mädchen: "Die Wirtschaft kann auf das Potenzial an weiblichen Arbeitskräften in technischen Berufen nicht verzichten. Der Girls' Day bietet den Unternehmen die Chance, sich dieses Potenzial zu erschließen", sagte Trauernicht.