Glenn Miller Opfer britischer Bomben?
London - Die 138 Lancaster-Bomber hätten ihre Bombenlast von 2000 Kilogramm nach einem vorzeitig abgebrochenen Einsatz über Deutschland auf ihrem Rückflug über dem Ärmelkanal abgeworfen. Der US-Luftwaffenoffizier und Truppen-Entertainer Glenn Miller war zu dem Zeitpunkt in einem Leichtflugzeug von England nach Paris unterwegs.
Die Aufzeichnungen des britischen Flugingenieurs Deryck Thurman wurden am Freitagabend in einer Internet-Auktion bei Sotheby's in London für umgerechnet 17.600 Mark (5000 Pfund) versteigert. Er beschreibt darin, wie die Kriegspiloten beobachteten, dass sich ein Flugzeug unterhalb ihrer Flughöhe "gedreht" habe und dann ins Meer gestürzt sei. "Niemand hatte angenommen, dass sich dort überhaupt ein Flugzeug befindet", sagte Thurman der BBC. Seine Bordbuch-Eintragung lautet: "Das Wasser sprudelte nur so von explodierenden Bomben."
Millers Norsemann-Flugzeug war am 15. Dezember 1944 spurlos verschwunden. Er selbst hatte vor dem Abflug aus Cambridgeshire gewitzelt: "Es ist so nebelig, dass sogar die Vögel nicht fliegen." Bereits in der Vergangenheit sind ähnliche Aufzeichnungen britischer Piloten veröffentlicht worden. "Es ist eine zusammenhängende Theorie. Aber das Rätsel bleibt ungelöst und wird es vielleicht auch immer bleiben", sagte Sotheby's-Experte Stephen Maycock dem "Guardian" am Samstag.