Glücklich domestiziert - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Zur Ausgabe
Artikel 55 / 109

SACHBUCH Glücklich domestiziert

• aus DER SPIEGEL 5/2003
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Evolutionstechnisch gesehen ist der Mann nur eine Konstruktion im Dienste der Frau, behaupten die Wiener Anthropologin Barbara Schweder und ihre Schwester, die Journalistin Sabina Riedl. Genau das aber kommt den Herren der Schöpfung zugute: »Wie Frauen Männer gegen ihren Willen glücklich machen« heißt das Buch des Duos, das sich mit dem Vorgänger-Titel »Der kleine Unterschied - warum Frauen und Männer anders denken und fühlen« schon einmal vom Getratsche der einschlägigen Ratgeber abhob. Den Autorinnen gelingt eine Evolutionstheorie der Paarbeziehung, gespickt mit dem Neuesten zum Thema aus der empirischen Wissenschaft. Die These: Frauen sind die Chefinnen der Firma Beziehung. Seit Jahrmillionen wählen sie den Vater ihrer Nachkommen aus - und schaffen ihn notfalls auch wieder ab. Die Selektionskriterien der Frau sind es, die den Mann seit dem Neandertaler verweiblicht haben. Weichgezeichnete Hollywood-Helden wie Johnny Depp und Brad Pitt lassen Frauenherzen schmelzen; Rambo ist ein Männer-Idol. Bei Bedarf domestiziert die Frau den Mann nachträglich und verlängert damit sogar sein Leben: Verheiratete Männer haben ein signifikant niedrigeres Herzinfarktrisiko als Junggesellen.

Sabina Riedl, Barbara Schweder: »Wie Frauen Männer gegen ihrenWillen glücklich machen«. Ueberreuter Verlag, Wien; 240 Seiten;19,95 Euro.

Zur Ausgabe
Artikel 55 / 109