Glücksspiel 1000 Euro auf den Heiligen Vater
Dublin - Das Wettbüro Paddy Power hatte Gebote auf mögliche Anwärter nach dem Tod des Papstes am Samstag vorübergehend ausgesetzt, wollte die bereits seit Jahren laufende Wettmöglichkeit heute aber wieder aufnehmen. 1500 bis 2000 Wetten seien bereits eingegangen, sagte ein Sprecher des Unternehmens.
Das vorläufig höchste Gebot von 1000 Euro wurde auf den Italiener Dionigi Tettamanzi abgegeben, auf den bislang die meisten Wetten gesetzt wurden. Der 71-Jährige Kardinal-Erzbischof von Mailand wird bei den Buchmachern mit einer Quote von 5:2 gehandelt. Der "kleine Lombarde" gilt als konservativer Intellektueller mit vielen Freunden und wenig Feinden.
Papst-Wahl: Wer wird Nachfolger von Johannes Paul II.?
Mit einer Quote von 11:4 liegt der Nigerianer Francis Arinze bislang auf Platz zwei. Er war rund 20 Jahre Spezialist für die Beziehungen zum Islam und ist einer der mächtigsten Kirchenvertreter Afrikas. Ebenfalls gute Chancen rechnen sich viele Wetter auf die Kandidaten Oscar Andres Rodriguez Maradiaga aus Honduras und den Deutschen Joseph Ratzinger aus. Ihre Quoten stehen bei 4:1 beziehungsweise 7:1.
Schlusslicht bei den Buchmachern war bis vor kurzem der Australier George Pell. Erst als ein australischer Radiosender seine Hörer aufforderte, auf ihren Landsmann zu setzen, schnellten seine Quoten von 150:1 auf 40:1 hoch. Nun werden dem Spanier Jose Maria Rouco Verela die schlechtesten Chancen auf die Papstnachfolge zugestanden.
Über den Nachfolger von Johannes Paul II. entscheidet ein Konklave aus 117 wahlberechtigten Kardinälen, das innerhalb von 15 bis 20 Tagen nach seinem Tod zusammentreten muss.