Göltzschtalbrücke Wieder springt ein Junge in den Tod
Reichenbach - Wie das Polizeipräsidium Chemnitz mitteilte, hatte der 17-Jährige zuvor seinen Selbstmord angekündigt. Er rief mit seinem Handy seine Mutter an. Die Polizei vermutet, dass ein Streit mit seiner Freundin Motiv des Selbstmords ist. Der Zugverkehr auf der 78 Meter hohen und 574 Meter langen Brücke wurde für mehr als eine Stunde unterbrochen.
Bereits Ende August hatten sich drei Jugendliche im Alter von 14, 17 und 18 Jahren aneinandergekettet von der Brücke in Sachsen gestürzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter nach dem Motiv. Es wurden zunächst satanistische Motive für den Dreifach-Selbstmord angenommen, was sich bisher nicht erhärten ließ.
Nach dem Suizid der drei Jugendlichen waren Befürchtungen laut geworden, die vermutlich größte, 150 Jahre alte Ziegelsteinbrücke der Welt könne zu einem Wallfahrtsort für Suizidgefährdete werden. Der Mann, der am Sonntag von der Brücke sprang, kam aus Baden-Württemberg. Ein Mitarbeiter des Bundesgrenzschutzes sagte Anfang September, junge Leute versuchten immer wieder, auf das abgesperrte Bauwerk zu gelangen. Durch verstärkte Kontrollen gelang es dem BGS mindestens einen Nachahmer von seiner Tat abhalten. Streifengänge im Bereich der Brücken sollen nun der Bahn zufolge wieder verstärkt werden.
Im SPIEGEL wurde am 15.9. ein Leserbrief veröffentlicht, in dem behauptet wurde, mit 39 Selbstmorden pro 100.000 Einwohnern pro Jahr halte die kreisfreie Stadt Plauen und der umgebende Vogtlandkreis die absolute Spitze der Suizidalität im gesamten Bundesgebiet (Durchschnitt: 15).