Golf von Guinea Jagd auf Kindersklavenschiff
Cotonou - "Die ganze Küste wird überwacht", sagte ein Sprecher der Polizei in Benin. Die Nachbarländer seien alarmiert worden, damit die in Nigeria registrierte "MV Etireno" nicht die Kinder unentdeckt von Bord bringen könne. Zwischen 100 und 250 Kinder sollen auf dem Schiff festgehalten werden.
Aus Hafen-Kreisen in Cotonou verlautete, es gebe keinen Kontakt zu dem Schiff. Nach einer Rundreise von mehr als 2000 Kilometern sei erwartet worden, dass das Schiff wieder dort anlege. Die "Etireno" war am 30. März von Cotonou nach Gabun aufgebrochen. Sie wurde dort jedoch zur Umkehr gezwungen. Danach sei das Schiff auch in Douala in Kamerun abgewiesen worden.
"Wir wissen nicht wo das Schiff ist, aber die Zustände an Bord müssen sehr schlimm sein", sagte Estelle Guluman vom Uno-Kinderhilfswerk Unicef. "Das Schiff sollte nur nach Gabun fahren und hatte deswegen nicht viele Vorräte mit. Aber statt einer viertägigen Reise ist es seit mehr als zwei Wochen auf See." Die Polizei in Douala hatte vor dem Ablegen des Schiffs am Donnerstag berichtet, einige der Kinder seien krank. Aus Interpol-Kreisen verlautete, die Polizei in Cotonou wolle einen Geschäftsmann und zwei Mitarbeiter befragen. Sie sollen das Schiff gechartert haben.
In West- und Zentralafrika gibt es seit langem einen Handel mit Kindersklaven. Diese werden von ihren Familien in Ländern wie Benin, Togo oder Mali verkauft und müssen auf Plantagen oder als Bedienstete in Gabun oder der Elfenbeinküste arbeiten. Kinderschützern zufolge müssen die Kinder oft bis zu zwölf Stunden am Tag arbeiten. Sie würden zudem teilweise misshandelt und sexuell missbraucht.