Gotthard-Brand: Zahl der Toten steigt weiter - DER SPIEGEL
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Gotthard-Brand Zahl der Toten steigt weiter

Im Schweizer Gotthardtunnel sind bei einem Brand mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Toten könnte sich nach Angaben der Polizei noch drastisch erhöhen. Zwei Lastwagen waren frontal aufeinander geprallt. Der Tunnel wird für mehrere Tage gesperrt bleiben.
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Airolo - Bisher wurden mindestens sechs Verletzte geborgen. Aus dem Tunnel quoll dichter schwarzer Rauch. Der Unfall ereignete sich knapp zwei Kilometer vom südlichen Tunneleingang entfernt. Die Feuerwehr konnte zunächst nicht zum Brandherd vordringen. Die Bevölkerung von Airolo im Tessin wurde aufgerufen, die Fenster zu schließen. Der Rauch könnte giftig sein.

Einer der beiden Lastwagen soll Reifen und Planen geladen haben. Die Arbeit der Feuerwehr sei durch starke Rauchentwicklung erschwert. Das Feuer wütete nach Angaben der Feuerwehr auf einer Länge von 300 Metern. Auch seien Teile der Deckenverkleidung eingestürzt. Der Tunnel wurde gesperrt. Verletzte mit Rauchvergiftungen werden ins Krankenhaus von Airolo gebracht. Rund 150 Rettungskräfte und vier Hubschrauber sind im Einsatz.

Einer der in das Unglück verwickelten Fahrer konnte sich nach Angaben der Polizei retten. Viele Menschen flüchteten in einen Sicherheitsstollen. Andere wendeten in der zweispurigen Röhre und fuhren aus dem Nordtor in Sicherheit. Der Tunnel bleibt mindestens für mehrere Tage gesperrt. Der Verkehr wurde über den Gotthard-Pass oder durch den San Bernadino-Straßentunnel umgeleitet. Es kam zu langen Staus.

Der 1980 eröffnete St.-Gotthard-Straßentunnel ist mit 16,3 Kilometern der zweitlängste Europas und die wichtigste Nord-Süd-Verbindung durch die Alpen. Er wird täglich von etwa 18.000 Fahrzeugen durchquert. Der Tunnel besteht aus einer Röhre mit zwei Fahrspuren. Er wurde 1994 nach einem Lastwagenbrand für zweieinhalb Tage gesperrt.

Fünf Brände pro Jahr - dennoch sicher?

Im Gotthardtunnel brennt es durchschnittlich etwa fünfmal pro Jahr. Dennoch gilt der Tunnel als relativ sicher. Bei einer Untersuchung europäischer Straßentunnel durch den ADAC erhielt der St.-Gotthardtunnel 1999 in Sachen Sicherheit die Note "gut". Allerdings wurde kritisiert, dass der Sicherheitsstollen für Löschfahrzeuge nicht passierbar ist. Die Feuerwehr muss über die Fahrbahn zum Unglücksort.

Die letzten großen Tunnelunglücke in den Alpen ereigneten sich im März 1999 im Montblanc-Tunnel und im Mai 1999 im österreichischen Tauern-Tunnel ebenfalls durch Lastwagen. Bei diesen beiden Unglücken kamen mehr als 50 Menschen ums Leben.

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