Gotthard-Tunnel: Suche nach Leichen kann beginnen - DER SPIEGEL
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Gotthard-Tunnel Suche nach Leichen kann beginnen

Helferteams haben die einsturzgefährdete Decke des Gotthard-Tunnels schneller als erwartet abgestützt. Erkennungsspezialisten bereiten sich darauf vor, die Toten zu identifizieren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Airolo - Am Samstagmittag waren bereits 200 Meter Decke abgestützt, etwa vier Fünftel der vom Einsturz bedrohten Stecke. Die Einsatzzentrale verspricht, dass die Räumtrupps und die Erkennungsspezialisten der Polizei so schnell wie möglich in den gesicherten Tunnel einfahren werden.

Die Angehörigen und Freunde der Vermissten, die sich bei den Sorgentelefonen der Behörden rund um die Uhr informieren, dringen auf ein schnelles Vorgehen. Die Zahl der geborgenen Todesopfer des verheerenden Brandes blieb derweil unverändert: Die Polizei geht weiter davon aus, dass zehn Männer und eine Frau bei dem Unglück am Mittwoch starben.

Drei Helferteams waren auch in der Nacht und am Samstagmorgen ununterbrochen im Tunnel bei den Sicherungsarbeiten im Einsatz. Die Gluthitze von über 1000 Grad hatte die Deckenverkleidung brüchig gemacht oder sogar zum Einsturz gebracht. Zur Abstützung waren zuvor tonnenweise Bohlen in den Tunnel geschafft worden. Es habe keine Unfälle gegeben, obwohl es sich wegen der Gefahr herabstürzender Deckenteile um eine sehr schwierige Aufgabe handele, hieß von Seiten der Experten.

Weitere Opfer wurden bislang nicht gefunden. Auch waren noch keine Autos aus dem Tunnel geschleppt worden. Fotos der Fahrzeuge und die Abgleichung der Nummern- und Typenschilder sollen helfen, Besitzer und mögliche Opfer zu identifizieren. Dafür stehen Spezialisten der Polizei aus Zürich bereit. In die so genannte rote Zone - die letzten 50 Meter, wo sich der eigentliche Unfall ereignet hatte - werden die Bergungskräfte erst später gehen können.

Vermutlich sind weniger Menschen ums Leben gekommen als zunächst befürchtet, da sich fast alle Lastwagenfahrer offenbar hatten retten können. In den Unfall in dem 16,3 Kilometer langen Alpentunnel waren nach Angaben der Polizei 13 Lastwagen, vier Lieferwagen und sechs Personenwagen verwickelt. Weiterhin liegen über 100 Vermisstenmeldungen vor.