Grausiges Geständnis Junge Mutter zerstückelte ihr Kind
Düsseldorf - Das Mädchen war den Angaben der Mutter zufolge bereits im November 2002 gestorben, nachdem es tagelang nicht habe essen wollen. Gegen die Frau werde wegen Totschlags durch Unterlassung ermittelt, da sie das Kind weder gefüttert noch einen Arzt alarmiert habe, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.
Die Frau, eine gelernte Krankenpflegerin, habe ausgesagt, das tote Kind zunächst unter dem Bett versteckt zu haben, sagte Staatsanwalt Ralf Herrenbrück. Weil es in eine vorhandene Plastik-Box passen sollte, habe sie dem Mädchen später im Badezimmer den Kopf abgetrennt. Später soll sie die Leiche noch weiter zerteilt und in einer Tüte auf dem Balkon der Zwei-Zimmer-Wohnung gelagert haben. Bisher hat die Polizei die sterblichen Überreste des Kindes noch nicht gefunden.
Der 35-jährige Ex-Ehemann der Verdächtigen, der nach dem Tatzeitpunkt noch elf Monate in der gemeinsamen Wohnung lebte, bekam nach eigenen Aussagen nichts von dem Geschehen mit, sagte der Leiter der Mordkommission, Holger Asmuth. Er habe damals sieben Tage in der Woche von früh bis spät einen Kiosk geführt und seine Familie tagsüber kaum gesehen. Auf seine Fragen nach der älteren Tochter habe die 26-Jährige stets Ausreden parat gehabt, sagte er der Polizei. "Das ist auch die Schilderung der Ehefrau", sagte Asmuth. Dennoch könne man das Verhalten des Vaters "als normal denkender Mensch kaum nachvollziehen".
Ermittler suchen nach Überresten des Mädchens
Auf die Spur der Frau kam die Polizei erst, als deren Wohnung zwangsgeräumt werden sollte. Die Frau habe ihren inzwischen von ihr getrennt lebenden Ex-Mann angerufen und mit ihm zusammen versucht, die Räumung zu verhindern, hieß es. Später habe sie ihm dann die Tat gestanden. Der Mann habe sich über das Geständnis seiner Frau sehr aufgeregt und einen Arzt aufgesucht, sagte Asmuth. Gemeinsam habe man dann beschlossen, die Polizei zu informieren.
Die Wohnung sei inzwischen komplett leer geräumt, hieß es. Die Polizei suche nun weiterhin intensiv nach Spuren und sterblichen Überresten der Dreijährigen. Teile des Wohnungsinhaltes seien jedoch nach der Räumung bereits in der Müllverbrennung gelandet, hieß es.
Zweites Kind in Obhut des Jugendamtes
In ihren ersten Vernehmungen hatte die 26-Jährige noch erklärt, das Kind sei verschwunden - sie habe die Polizei nicht alarmiert, weil sie Angst gehabt habe, dass man ihr ihre jüngere Tochter auch wegnehmen werde. Das heute vier Jahre alte Mädchen war den Angaben zufolge wohlauf und befindet sich inzwischen in der Obhut des Jugendamtes.
Erst später erklärte die Mutter, ihre ältere Tochter habe am Mittag des 16. November 2002 nichts essen wollen, nachdem sie schon in den Tagen zuvor kaum etwas zu sich genommen und ihre Mahlzeiten wieder erbrochen habe. Sie habe dann noch versucht, dem Kind Traubenzucker einzuflößen. Einen Arzt habe sie nicht alarmiert, da das Mädchen nicht krankenversichert gewesen sei. In den Abendstunden sei das Kind dann gestorben. Asmuth sagte, es sei schwierig zu sagen, ob das Kind krank gewesen oder von der Mutter nicht ausreichend mit Nahrung versorgt worden sei.