Gravesends Geschichte: Wo Pocahontas einst litt - DER SPIEGEL
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Gravesends Geschichte Wo Pocahontas einst litt

Die englische Stadt Gravesend ist aufs Unrühmlichste mit der Geschichte der nordamerikanischen Indianer verknüpft: Die Häuptlingstochter Pocahontas starb dort, nachdem sie zuvor nach England verschleppt worden war. Jetzt reichen sich die Nachkommen der Eroberer und Ureinwohner die Hand.
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Hamburg - Dumpfe Trommelschläge hallen durch das Washingtoner Museum: Indianer in traditioneller Tracht feiern eine Reisezeremonie. 400 Jahre nach der Gründung der ersten britischen Siedlung in Nordamerika machen sich die Ureinwohner auf nach Europa, genauer gesagt nach Gravesend in Großbritannien.

Pocahontas, die berühmte Tochter des Indianerhäuptlings Powhatan-Sachem, starb 1617 in Gravesend im Alter von nur 22 Jahren. Zuvor hatten britische Eroberer das Mädchen nach England verschleppt. Dort musste sie den Pflanzer John Rolfe heiraten.

Nun ist erstmals eine Delegation der Indianer aus dem heutigen US-Bundesstaat Virginia dorthin gefahren, wo Pocahontas einst litt. "Wir sind keine Ausstellungsstücke", sagt Steven Atkins, Häuptling des Chickahomin-Stammes und Leiter der 54-köpfigen Delegation, der Zeitung "Richmond Times-Dispatch". "Wir sind lebendig und dynamisch. Das wollen wir den Menschen zeigen." Und die Indianerin Joyce Krigsvold ergänzt: "Wir leben in Häusern, und wir haben Ärzte und Rechtsanwälte. Wir sind keine Wilden." Alte Vorteile scheinen langlebig zu sein.

Der Besuch geht den Feierlichkeiten zum 400. Geburtstag der ersten englischen Siedlung in Nordamerika, Jamestown, im kommenden Jahr voran. "Wir freuen uns darauf, das Verständnis füreinander zu vertiefen", so Atkins. Erinnert werden sollen dem Zeitungsbericht zufolge unter anderem an den Verlauf der Stammesgeschichte vom ersten Aufeinandertreffen der Indianer mit den englischen Siedlern im 16. Jahrhundert bis heute. Thema sollen außerdem die kulturellen Unterschiede sein.

In der St. George-Kirche von Gravesend, wo Pocahontas beerdigt ist, planen die Indianer eine kleine Trauerfeier für die Häuptlingstochter. "Ich bin sicher, dass dies ein unglaublich bewegender Moment wird", sagt Ken Adams, Häuptling des Mattaponi-Stammes.

aki

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