Greenpeace Babywindeln sind mit Hormongiften belastet
Berlin - TBT (Tributylzinn) sei einer der giftigsten Stoffe, der je hergestellt wurde, sagte Thilo Maack von Greenpeace. Der gefährliche Stoff werde über die Haut aufgenommen und vergifte Mensch und Umwelt. Das Gift könne in geringsten Konzentrationen das Hormon- und das Immunsystem des Menschen schädigen. TBT habe Studien zufolge auch einen vermännlichenden Effekt und begünstige Tumore. Durch den Kontakt von Babys mit dem Gift sei deren Gesundheit ernsthaft gefährdet.
Möglicherweise wurde der Stoff als Stabilisator bei der Herstellung verwendet. "Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine Verschmutzung von Windeln, sondern um eine Verbindung, die da hinein produziert wurde", sagte Thomas Henningsen von Greenpeace. Fälle von Gesundheitsschäden seien bisher nicht bekannt. TBT wurde bereits in Speisefischen, Trikots und PVC-Böden nachgewiesen.
Greenpeace forderte die Bundesregierung auf, TBT in Windeln sofort zu verbieten. Die belasteten Produkte müssten vom Markt genommen werden. In einer symbolischen Aktion übergaben Greenpeace-Vertreter dem Wirtschaftsministerium Windel-Pakete mit den belasteten Sorten.
TBT wurde bei sechs Windelsorten von drei Herstellern nachgewiesen, teilte die Umweltschutzorganisation am Freitag in Berlin mit. Es sei in vier Pampers-Sorten von Procter & Gamble, sowie in Fixies Ultra Dry von der Paul Hartmann AG und in United Colors of Benetton Junior unisex von LedysanSpa gefunden worden.
Die Belastung reichte nach den Untersuchungen von 4,2 bis 8,6 Mikrogramm pro Kilogramm. Grenzwerte dafür gibt es nicht. Außerdem fanden sich weitere gefährliche Organozinnverbindungen wie DBT (Dibutylzinn) und MBT (Monobutylzinn) in den Windeln.
Greenpeace wollte keine Empfehlung geben, welche Windel-Sorten unbesorgt gekauft werden können. Derzeit werden zehn weitere Produkte überprüft. In der kommenden Woche sollen die Ergebnisse vorliegen.