Umweltkatastrophe in Volos Griechische Hafenstadt ruft wegen Massen von toten Fischen Notstand aus
Nach Massensterben: Arbeiter sammeln tote Fische aus einem Fluss in der Nähe der Hafenstadt Volos
Foto: Vaggelis Kousioras / dpaWegen massenhaft angeschwemmter toter Fische in den Gewässern der griechischen Hafenstadt Volos haben die Behörden den Notstand ausgerufen. Die Maßnahme soll für einen Monat gelten, wie die Nachrichtenagentur ANA berichtet. So soll staatliche Unterstützung für das Säubern der Küste und der Flüsse rund um die Stadt bereitgestellt werden.
Die Einwohnerinnen und Einwohner von Volos kämpfen seit Tagen mit den Spätfolgen von schweren Überschwemmungen durch heftige Regenfälle in der Region Thessalien im vergangenen Jahr. Mehrere Tonnen toter Süßwasserfische wurden aus den überschwemmten Gebieten durch einen kleinen Fluss in den Hafen von Volos gespült.
Folgen für Gesundheit und Tourismus
Der Bürgermeister, Achilleas Beos, bezeichnete die Situation vor Reportern örtlicher Medien als eine Umweltkatastrophe, die Folgen für die Gesundheit, aber auch für den Tourismus der Hafenstadt habe. Sechs Strände der Region wurden seinen Angaben nach gesperrt. Die Behörden hätten es versäumt, mit einem Netz den Zustrom von toten Fischen aus den überschwemmten Gebieten zu stoppen.
An der Mündung des Flusses Xiria wurden inzwischen Spezialnetze installiert, um die riesigen Mengen verendeter Fische zurückzuhalten. Die stinkenden Fischmassen zu entfernen, werde aber noch mehrere Tage dauern, teilten die Behörden mit. Sie setzen Spezialboote ein und konnten nach Berichten des griechischen Rundfunks bis Donnerstagmorgen mehr als 70 Tonnen toter Fische aus dem Hafenbecken herausholen.
Drohnenaufnahme massenhaft toter Fische in Volos
Foto: Giannis Floulis / REUTERSBei den Überschwemmungen 2023 waren ein vor Jahrzehnten trockengelegter See mit Wasser vollgelaufen und große Gebiete in der betroffenen Region überschwemmt worden. Fische fanden in diesen überschwemmten Ebenen reichlich Nahrung und vermehrten sich enorm. Dann sank der Wasserstand drastisch. Die Süßwasserfische gelangten durch Flüsse in Richtung Volos und schließlich in den Pagasitischen Golf, wo sie im Salzwasser verendeten. Andere starben an Sauerstoffmangel.
Das Phänomen ist in der Region nicht unbekannt. Das Ausmaß aber hat nach Angaben von Experten noch nie dagewesene Dimensionen erreicht.