Griechenland: Waldbrand-Demo endet mit Krawallen - DER SPIEGEL
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Griechenland Waldbrand-Demo endet mit Krawallen

Nach der Trauer kam die Wut: In Athen sind mehrere hundert Randalierer nach einer friedlichen Demonstration mit Steinen auf Polizisten losgegangen. In ganz Griechenland hatten Tausende gegen die Regierung wegen ihrer Reaktion auf die Waldbrände protestiert.
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Athen - Mehrere zehntausend Demonstranten gingen heute in ganz Griechenland auf die Straßen, mehr als 10.000 waren es allein in der Hauptstadt Athen. In schwarz gekleidet zog der Protestzug schweigend durch die Städte. Das Motto lautete: "Stummer Zorn - ohrenbetäubendes Schweigen". Rund 300 autonome Demonstranten machten ihrer Wut lautstark Luft. Im Zentrum Athens griffen sie die Beamten mit Latten und Steinen an, wie das staatliche Fernsehen berichtete. Die Polizei setzte teilweise Schlagstöcke und Tränengas ein. Die Ausschreitungen dauerten bis zum späten Abend an.

Nicht nur das schlechte Krisenmanagement stand in der Kritik der Demonstranten. Die Regierung müsse mehr tun, um Brandstiftungen zu verhindern, lautete die Forderung. Die Behörden erlauben immer wieder Bauprojekte auf abgebrannten Waldflächen. Deshalb liegen Brandstiftungen oft im Interesse von Investoren. Nichtstaatliche Organisationen und Bürger hatten die Demonstration organisiert.

Damit wächst der Druck auf Ministerpräsident Kostas Karamanlis, der im kommenden Monat wiedergewählt werden will. Sowohl seine Partei Neue Demokratie als auch die oppositionelle sozialistische Pasok haben seit Ausbruch der Feuer an Unterstützung verloren. Kurz vorher hatte Karamanlis Wahlen für den 16. September angesetzt.

Die Feuerwehr hatte heute erst nach tagelangem Kampf gegen die Flammen die Oberhand gewonnen. Die Feuer seien nun unter Kontrolle, sagte ein Mitarbeiter der Freiwilligen Feuerwehr in Ploutochori auf der besonders schwer betroffen Halbinsel Peloponnes. Es bleibe aber die Sorge, dass der Wind die Flammen wieder anfachen könnte. Zahlreiche Länder aus Europa hatten Hilfe entsandt, um die am Freitag ausgebrochene Feuersbrunst zu bekämpfen. Die griechische Regierung geht davon aus, dass die Waldbrände das Land mehr als 1,2 Milliarden Euro kosten.

reh/dpa/Reuters