Grippewelle: Britische Regierung unter Druck - DER SPIEGEL
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Grippewelle Britische Regierung unter Druck

Die Zahl der Grippe-Kranken in Großbritannien wird immer höher, sämtliche Krankenhäuser sind überfüllt. Nun ist die Blair-Regierung heftig unter Beschuss geraten. Die Opposition erklärte, die Krise habe "das Gesundheitssystem in die Knie gezwungen".
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London - Der Vorsitzende der Britischen Medizinischen Gesellschaft, Ian Bogle, bestritt offizielle Angaben, wonach das Land von einer schweren Epidemie heimgesucht werde. "Ich habe drei Grippe-Epidemien mitgemacht - und dies ist keine", sagte Bogle am Montag in der Zeitung "The Daily Telegraph" (London). "Das Wort Epidemie wird benutzt, um die Tatsache zu rechtfertigen, dass das staatliche Gesundheitssystem unter schwerem Druck ist. Es ist allerdings das ganze Jahr unter Druck - und zwar auf Grund von mangelhafter Finanzierung."

Ärzte riefen alle Grippe-Patienten dazu auf, mit so wenig Leuten wie möglich in Kontakt zu kommen, damit sich das Virus nicht noch weiter verbreite. Nach Zeitungsberichten erliegen keineswegs nur alte Menschen der Grippe. Auch der 33 Jahre alte Kieron Gregory, ehemaliges Mitglied der walisischen Rugby-Nationalmannschaft, gehört demnach zu den Opfern. "Ich weiß, dass die Krankenhäuser mit Grippe- Kranken überschwemmt werden, aber er (Gregory) wurde nach Hause geschickt, um dort zu sterben", sagte seine Mutter in der "Daily Mail" (London). "Die haben nicht erkannt, wie krank er war."

Der Chef des staatlichen Gesundheitswesens, Prof. Liam Donaldson, sagte am Montag, er hoffe, dass die Epidemie in der kommenden Woche ihren Höhepunkt erreicht haben werde.

Der gesundheitspolitische Sprecher der oppositionellen Konservativen, Liam Fox, höhnte, Gesundheitsminister Alan Milburn sei wohl selbst schon auf einer Isolierstation, sonst könne er nicht ernsthaft behaupten, dass die Krankenhäuser die Grippewelle gut meisterten. Es sei frappierend, dass die Grippe ausreiche, "um das Gesundheitssystem des wirtschaftlich fünftstärksten Landes der Welt in die Knie zu zwingen". Zeitungen kritisierten, dass das Gesundheitsministerium auf eine Werbekampagne für Grippe- Schutzimpfungen verzichtet hatte. Das Virus, um den es jetzt gehe, sei keineswegs neu.