Grippewelle Erste Todesopfer in Deutschland
Dresden - Die aus Ostsachsen stammende Frau sei vor einer Woche, der 30-jährige Mann bereits vor 14 Tagen verstorben. Wie die Marburger Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI), die in jeder Woche die Grippemeldungen von rund 500 Arztpraxen auswertet, mitteilte, ist bundesweit eine moderate bis deutliche Influenza-Aktivität zu beobachten. "Mehr als 500.000 Patienten gehen pro Woche bundesweit wegen Grippe zum Arzt", schätzt der Mediziner Helmut Uphoff von der AGI. Genaue Zahlen über deren Ausbreitung gebe es aber nicht, da viele Betroffene beispielsweise gar nicht zum Arzt gingen.
Die Influenza-Aktivität ist nach AGI-Angaben je nach Bundesland verschieden. Während in Norddeutschland und Baden-Württemberg weniger Patienten mit Grippe-Symptomen in die Arztpraxen kämen, sei in Bayern und Sachsen ein Anstieg festzustellen. Besonders stark betroffen sei die Altersgruppe der 16- bis 35-Jährigen. "Eine Impfung ist derzeit nur noch in Einzelfällen sinnvoll", sagte Uphoff. Grundsätzlich sollten aber Ärzte und Pflegepersonal gegen Influenza geimpft sein. So werde das Risiko einer Ansteckung insbesondere bei immungeschwächten Patienten verringert. US-Studien belegten, dass es in Krankenhäusern und Pflegeheimen während einer Grippe-Welle deutlich weniger Todesfälle gebe, wenn Ärzte und Pflegekräfte geimpft seien.
Nach einer Telefonumfrage des Berliner Robert-Koch-Instituts ist jedoch in Deutschland nur jeder fünfte Angehörige des medizinischen Personals gegen Grippe geimpft. Bei Zuckerkranken könne bei einer Erkrankung der Stoffwechsel durcheinander geraten. "Bei einer schweren Influenza-Welle steigen die Todesfälle bei Diabetikern um bis zu 40 Prozent an", erklärte der Mediziner.