Großbrände auf den Kanaren Rund 10.000 Menschen auf der Flucht vor den Flammen
Las Palmas/Santa Cruz - Auf Gran Canaria und Teneriffa waren Löschtrupps die ganze Nacht im Einsatz, der starke Wind und die große Hitze erschwerten jedoch den Kampf gegen die Flammen. Erst am Morgen konnten die Löschhubschrauber und -flugzeuge wieder zum Einsatz kommen. Auf der kleineren Kanaren-Insel La Gomera fachte der Wind derweil ein Feuer erneut an, das bereits vor Tagen gelöscht schien.
Während Gran Canaria bereits seit dem Wochenende gegen die Feuersbrünste kämpft, war Teneriffa erst gestern Abend von einem großen Waldbrand erfasst worden. Im Norden der Insel flohen mehr als 4000 Menschen vor den Flammen, die einige Häuser erfassten. Verletzt wurde niemand. Das Feuer, das in der Gegend um Los Realejos ausgebrochen war, sprang über eine Brandschneise, wütet jetzt gleich an mehreren Fronten. Inselratspräsident Ricardo Melchior vermutet, dass Brandstiftung die Ursache des Feuers ist.
Zwei weitere Waldbrände wurden aus dem Süden Teneriffas gemeldet.
Das Großfeuer auf der Nachbarinsel Gran Canaria hat inzwischen fast 10.000 Hektar Pinienwald vernichtet, etwa 60 Häuser brannten nieder. Der kanarische Regierungschef Rivero sagte, die Menschen in Sicherheit zu bringen, habe derzeit absolute Priorität. Außerdem müsse ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude verhindert werden. Die Rettung des Waldes stehe an zweiter Stelle.
Brandstifter zündelte "aus Frust" auf Gran Canaria
5000 Menschen flohen auf Gran Canaria vor den Flammen, darunter auch etwa 50 deutsche Urlauber. Sie wurden aus ihrem Hotel in San Bartolomé de Tirajana geholt und in einer anderen Herberge an der Küste in Sicherheit gebracht.
Auch auf Gran Canaria ist Brandstiftung die Ursache für die Katastrophe. Gegen den mutmaßlichen Brandstifter wurde Haftbefehl erlassen. Der 37-jährige Forstarbeiter hatte gestanden, das Feuer am vergangenen Freitag aus Wut über die Nicht-Verlängerung seines Vertrages gelegt zu haben.
Waldbrände wurden auch vom spanischen Festland gemeldet. In einer Gebirgsregion nahe Córdoba im Süden des Landes vernichtete ein auf einem Schießplatz der Armee ausgebrochenes Feuer rund 4000 Hektar Wald und Buschland, weitere 800 Hektar fielen den Flammen in der Umgebung von Huelva zum Opfer. Im benachbarten Portugal konnten mehrere Feuer gelöscht werden, die Waldbrandgefahr dort bleibt aber angesichts großer Hitze und Trockenheit ebenfalls extrem hoch.
In Griechenland konnte die Feuerwehr die seit Wochen wütenden Brände größtenteils unter Kontrolle bringen. Bewohnte Regionen wurden nicht mehr von Flammen bedroht. Es könne aber noch keine Entwarnung gegeben werden, die Brandgefahr bleibe extrem hoch, berichtete der staatliche griechische Rundfunk unter Berufung auf die Feuerwehr. Einige Brände tobten noch im Westen der Mittelmeerinsel Kreta auf den Bergen südlich der Hafenstadt Chania sowie an der Grenze zu Albanien und Mazedonien. Löschflugzeuge waren im Einsatz, um auch diese Brandherde zu löschen.
18 Tote bei Waldbränden in Südafrika
Verheerende Waldbrände haben in Südafrika mindestens 18 Menschen das Leben gekostet und Tausende Hektar Ernte, Weideland und Wald vernichtet. Die Regierung erwäge, die am schwersten betroffene Provinz Mpumalanga zum Notstandsgebiet zu erklären, berichtete die Nachrichtenagentur SAPA.
Fünf Feuerwehrleute starben im Kampf gegen die Flammen, 13 weitere Menschen wurden am Wochenende bei Bränden in der östlichen Provinz KwaZulu-Natal getötet. Nach Behördenangaben wurden in der Nähe der Urlaubsorte Sabie und Graskop zwischen 25.000 und 30.000 Hektar Land zerstört.
pad/jjc/dpa