Großbrand in Backnang: Kretschmann trauert mit den Opfern - DER SPIEGEL
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Großbrand: Einsatz in Backnang

Foto: Marijan Murat/ dpa

Katastrophe in Backnang Kretschmann trauert mit Familie der Brandopfer

Am Abend nach der Brandkatastrophe versinkt die Kleinstadt Backnang in tiefer Trauer. Angehörige der Familie besuchen die rauchende Ruine, in der eine türkische Mutter und sieben Kinder in den Flammen starben. Ministerpräsident Winfried Kretschmann spricht von einer nationalen Katastrophe.
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Backnang - Die Folgen des Brands von Backnang sind erschütternd: Eine Mutter und sieben ihrer Kinder kommen ums Leben. Der Vater und die übrigen drei Geschwister haben auf einen Schlag einen großen Teil ihrer Familie verloren.

Baden-Württembergs Ministerpräsident hat den Angehörigen am Abend kondoliert. "Wir sind betroffen und erschüttert angesichts dieser Katastrophe, die diese große Familie und unser Land heimgesucht hat", sagt Winfried Kretschmann.

Ziegel liegen auf der Straße. Rauch steigt auf. Kretschmann ist im schwarzen Anzug gekommen, mit dunkler Krawatte.

Die Mutter, die bei dem Brand starb, war erst 40, ihr jüngstes Kind ein sechs Monate altes Baby. Die Opfer wurden wohl im Schlaf überrascht. Sie erstickten im Qualm. Dann verbrannten ihre Leichen.

Einsatzkräfte tragen die Leichen aus dem Haus

Die Wohnung der Familie liegt im ersten Stock, in einem Haus in der Innenstadt, in dem früher eine Lederfabrik war. Am späten Nachmittag gehen Einsatzkräfte hinein und tragen die Leichen aus dem Haus, abgeschirmt von einer schwarzen Zeltplane. Nachbarn und Angehörige kommen, bringen Plüschtiere und Blumen, gedenken der Opfer.

"Ich will allen Angehörigen und der ganzen türkischen Gemeinde mein Beilied aussprechen", sagt Kretschmann. "Auch im Namen der baden-württembergischen Landesregierung und des baden-württembergischen Volkes."

Neben Kretschmann stehen der türkische Botschafter, Hüseyin Avni Karslioglu, und Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall. "Die Rettungskräfte haben getan, was sie tun konnten", sagt Gall. "Dennoch gehen sie mit dem Gefühl nach Hause, nicht allen geholfen haben zu können."

Die Großmutter ist zurück an den Unfallort gekommen, zurück zur qualmenden Ruine. Sie hatte sich in der Nacht auf den Balkon retten können, dort halfen ihr die Sicherheitskräfte. Ein elf Jahre alter Junge und sein Onkel konnten so ebenfalls den Flammen entkommen.

Der Familienvater erreicht später den Unglücksort. Dem Vernehmen nach hatte er sich von seiner Frau getrennt und war ausgezogen.

Türkei in Trauer

Die Regierung in Ankara forderte eine vollständige Untersuchung. Die Türkei sei in Trauer, schreibt Bekir Bozdag, der Vizeregierungschef, auf Twitter. "Von Deutschland erwarten wir, den wahren Grund des Brandes ohne Platz für Zweifel aufzuklären und der Öffentlichkeit mitzuteilen."

Es gebe keine Hinweise auf einen ausländerfeindlichen Anschlag oder Brandstiftung, sagt ein Sprecher der Polizei. Die genaue Brandursache sei noch unklar. Ein technischer Defekt an einem Holzofen, vielleicht.

Das alte Fabrikgebäude war schon vor dem Feuer nicht mehr in bester Verfassung gewesen, sagen Augenzeugen. Der Vater der Opferfamilie soll viel selbst repariert haben. Es habe Problemen mit der Elektrik gegeben, sagt ein ehemaliger Mieter. Er habe den Vermieter mehrmals darauf hingewiesen. Ebenso andere Nachbarn. Ohne Erfolg.

Vor einem Altenheim sitzen Frauen mit und ohne Kopftuch, weinen und trösten einander. In einer Moschee ein paar Häuser wird gebetet.

ssu/dpa