Großbritannien: Die Grippe geht um - DER SPIEGEL
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Großbritannien Die Grippe geht um

Aufregung in Großbritannien: Ein Notfall-Patient ist dort gestorben, weil ihm im Umkreis von mehreren hundert Kilometern keine Platz in einer Intensivstation angeboten werden konnte. Grund: eine Grippewelle wütet auf der Insel.
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Während in Großbritannien die Intensiv-Betten angesichts einer Grippewelle knapp werden, nimmt auch in Deutschland die Zahl der Virusgrippe-Fälle zu. Vor allem die Menschen in Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen seien davon betroffen, erklärte Rolf Heckler, Leiter des Nationalen Referenzzentrums für Influenza in Hannover, am Samstag. Bei bis zu 30 Prozent der Atemwegsinfektionen in diesen Ländern dürfte es sich um eine Virus-Grippe handeln. Bundesweit seien gut 20 Prozent der eingesandten Proben positiv.

Nach Angaben Hecklers sind Menschen, die sich haben impfen lassen, gut geschützt. Inzwischen dürfte der Impfstoff in manchen Regionen knapp geworden sein, sagte er. Grippe-Kranken empfahl er, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und bei Fieber Bettruhe zu halten. Heckler warnte vor einer Dramatisierung der Grippe-Gefahr. Vorhersagen über die Ausbreitung der Virus-Gripe lehnte er als unseriös ab. "Wir beschäftigen uns mit den Fällen, die uns gemeldet werden", sagte er.

In Großbritannien erregt unterdessen ein besonders drastischer Fall die Gemüter: Der 74-jährige Harold Smith starb 320 Kilometer von seinem Heimatort Ross-on-Wye entfernt, weil ihn wegen zahlreicher Grippefälle keine Intensivstation aufnehmen wollte. Der Mann war am Dienstag als Notfall in das Krankenhaus Hereford gebracht und wegen einer Gefäßerweiterung operiert worden. Fünf Stunden lang wurde für den Kranken erfolglos ein Bett gesucht. Der Mann wurde in einem Krankenwagen quer durch das Land gefahren. Das überlebte er nicht.

An diesem Tag gab es in ganz England zwölf freie Betten in Intensivstationen. Viele Betten waren entweder mit schwer Grippekranken belegt oder sie konnten nicht benutzt werden, weil das dafür benötigte Pflegepersonal selbst mit Grippe darnieder liegt. Mehr als 80 Menschen starben in den vergangenen 14 Tagen an Influenza.