Großbritannien: Geheimdienst sucht den echten "Q" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Großbritannien Geheimdienst sucht den echten "Q"

Ein Aston Martin mit elektronischer Tarnkappe, hochexplosive Kugelschreiber, der Fotoapparat im Ring oder das Sauerstoffgerät für die Hemdtasche: Die Erfindungen von Ingenieurs "Q" sind jedem James-Bond-Fan ein Begriff. Jetzt sucht der britische Geheimdienst wirklich einen "Q" - per Annonce.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Die britische Regierung sucht nach einem Wissenschaftler, der das geheime militärische Testwaffengelände Porton Down leiten soll. Ein in der "Sunday Times" veröffentlichtes Stellenangebot richtet sich an Wissenschaftler oder Ingenieure, die auch über Führungserfahrung verfügen, und bereit sind, für mehr als 3000 Militärwissenschaftler verantwortlich zu sein. Geboten wird ein "attraktives" sechsstelliges Gehalt und ein Arbeitsplatz "nahe Salisbury" im Südwesten Englands, was auf das geheime Defence Science Technology Laboratory (Dstl) in Porton Down hindeutet.

Die Aufgabe ähnelt der des "Q" in den James-Bond-Filmen, der sich für den Geheimagenten immer neue Gerätschaften einfallen ließ, wie beispielsweise Unterwasser- oder unsichtbare Fahrzeuge oder Armbanduhren mit Granatwerferfunktion. "Qs" Kollegen in der realen Welt erfanden beispielsweise den mit High-Tech vollgestopften Spionage-Stein, der Anfang des Jahres für eine diplomatische Krise zwischen Russland und Großbritannien sorgte. Die "Mail on Sunday" zitierte Kreise des Verteidigungsministeriums mit den Worten: "Wenn jemand in der Regierung das Recht hat, sich 'Q' zu nennen, dann ist es der Chef des Dstl."

Unterdessen berichteten mehrere Zeitungen, dass der britische Inlandsgeheimdienst MI5 morgen eine Plakatkampagne starten wolle, um mehr junge Frauen mit Migrationshintergrund für seine Dienste zu gewinnen. Die Poster sollen eine Frau mit Afro-Look und T-Shirt zeigen, die mit dem Rücken zur Kamera sitzt. Sie sollen zunächst in Fitnessstudios in London und in entsprechenden Magazinen erscheinen.

dab/AFP

Mehr lesen über