Großbritannien MKS breitet sich rasend schnell aus
London - Nach Schafen und Schweinen sind jetzt die Rinder dran. Das Londoner Landwirtschaftsministerium teilte am Samstag mit, dass über Nacht die Zahl der betroffenen Höfe um acht auf 135 zugenommen habe. Chefveterinär John Scudamore räumte in einem BBC-Rundfunkinterview ein, dass das Ausmaß der Epidemie die Behörden überrumpelt habe. "Es hat sich rasend schnell im ganzen Land ausgebreitet", sagte er.
Auch Königinmutter Elizabeth musste sich mit der Seuche auseinandersetzen: Sie besuchte am Samstag ein Pferderennen in Sandown Park bei London. Wie Tausende andere Besucher musste die 100-Jährige dabei über eine Desinfektionsmatte gehen, um das Abschneiden von zwei ihrer Pferde verfolgen zu können. Seit Mittwoch dürfen im Königreich wieder Pferderennen ausgetragen werden.
Nach Darstellung Scudamores ist aber alles unternommen worden, die Ausbreitung der hochansteckenden Viehkrankheit einzudämmen. Das seit zwei Wochen geltende Transportverbot habe dazu geführt, dass Herden nicht mehr mit anderen Tieren in Kontakt kämen. Es gäbe nur noch direkte Transporte vom Hof zum Schlachthaus. Unterdessen werde jeder einzelne Fall untersucht. Er sei nach den bisherigen Erkenntnissen der Überzeugung, dass alle bisher bekannt gewordenen Fälle miteinander verbunden seien, zitierte die britische Nachrichtenagentur PA Scudamore weiter.
Ausgelöst worden sei die Seuche vermutlich durch den Transport infizierter Schafe vor dem 23. Februar. Die darauf zurückgehenden Erkrankungen würden nun identifiziert, isoliert und ausgemerzt. Von den 114.000 zur Notschlachtung vorgesehenen Tiere wurden nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums bisher 84.000 gekeult. Der erste Fall wurde am 20. Februar festgestellt.