Großbritannien: Terrorverdächtige bleiben in Haft - DER SPIEGEL
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Großbritannien Terrorverdächtige bleiben in Haft

Die drei Nordafrikaner, die in Großbritannien wegen Terrorverdachts festgenommen wurden, bleiben weiter in Untersuchungshaft. Unklar bleibt, ob die Männer tatsächlich einen Giftgas-Anschlag auf die Londoner U-Bahn geplant haben, wie in die "Sunday Times" berichtet worden war.
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London - Ein Richter ordnete am Montag an, dass die drei Verdächtigen bis zur nächsten Anhörung am 16. Dezember in Haft bleiben. Die "Sunday Times" hatte berichtet, die Männer hätten einen Giftgas-Anschlag auf die Londoner U-Bahn vorbereitet. Offiziell wird den Betroffenen "der Besitz von Gegenständen" vorgeworfen, die der Vorbereitung und Anstiftung von Terror-Taten gedient hätten. Angeblich soll es sich dabei um gefälschte Ausweispapiere und Kreditkarten gehandelt haben, nicht jedoch um Chemikalien oder Werkzeuge zur Bombenherstellung.

Die britische Regierung bekräftigte am Montag erneut, es gebe keine Beweise, dass die Männer einen Anschlag geplant hätten. Ein Sprecher von Premierminister Tony Blair sagte, die Regierung werde alles Notwendige tun, um den Terrorismus zu bekämpfen, wolle jedoch keine unnötige Panik verbreiten. "Wenn die Regierung der Auffassung wäre, dass zum Schutz der Öffentlichkeit ein Teil der Infrastruktur geschlossen werden müsse, würde sie dies ohne zu zögern tun", sagte Blairs Sprecher. In einem Beitrag für den "Mirror" hatte der Premier die Warnung vor Anschlägen durch al-Qaida erneuert. Die Extremisten planten neue Anschläge mit möglichst großen Opferzahlen. Auch wenn ihre Basen in Afghanistan zerschlagen seien, so verfüge das Netzwerk noch immer über entsprechende Möglichkeiten.

Der Anwalt eines der Beschuldigten, Paul Farnhan, erklärte, die Polizei habe seinen Mandanten niemals zu einem geplanten Anschlag auf die U-Bahn befragt. "Glauben Sie der Polizei, oder glauben Sie der Presse?", fragte er. Eine weitere Anwältin, Gareth Peirece, sprach von einer "verachtungsvollen und voreingenommenen Berichterstattung" über den Fall. Sie warf den Zeitungen vor, falsche Informationen verbreitet zu haben. Die drei verdächtigen Nordafrikaner im Alter zwischen 21 und 35 Jahren waren bereits am 9. November festgenommen worden, jedoch erst am Wochenende war die Information veröffentlicht worden.

In der Slowakei erklärte das Innenministerium, einer der Festgenommenen habe sich dort ein Jahr lang mit einem falschen französischen Pass aufgehalten. Die Polizei habe den Verdächtigen beobachtet und sichergestellte Dokumente an die Kollegen in Großbritannien weitergeleitet.