Großrazzia Polizei nimmt mutmaßliche Islamisten fest
Freiburg/München - Durchsuchungen habe es in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Berlin und Bayern gegeben, teilte die Polizei heute in Freiburg mit. Es werde seit längerem gegen Mitglieder eines islamistisch-extremistischen Netzwerks ermittelt, die sich ausgehend vom Raum Ulm/Neu-Ulm zusammengeschlossen hätten, um systematisch Straftaten zu begehen.
Die Islamisten werden nach Angaben des Münchner Oberstaatsanwalts August Stern verdächtigt, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben. "Es gibt keine Anhaltspunkte für geplante Anschläge", ergänzte Norbert Walz vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg. Blanko-Pässe seien vor allem in Freiburg gefunden worden, in anderen Wohnungen hätten die Ermittler gefälschte Pässe, Stempel und andere Fälscherutensilien sowie Computer sichergestellt.
Einige der mutmaßlichen Mitglieder des Netzwerkes sollen auch für den Dschihad, den so genannten Heiligen Krieg, geworben haben. Die Gruppe habe keinen Namen, es gebe aber Verbindungen einzelner Beschuldigter zu den Organisationen al-Tawhid und Ansar al-Islam, sagte der Münchner Staatsanwalt Martin Hofmann. "Diese Verbindungen gehen aber nicht so weit, dass wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt wird."
Die Festgenommenen im Alter zwischen 17 und 46 Jahren kommen aus mehreren arabischen Staaten, aber auch aus Deutschland. Unter ihnen sind fünf Frauen. Ein Verdächtiger soll in einem Ausbildungslager des Terrornetzwerks al-Qaida in Pakistan gewesen sein. Fünf der Beschuldigten hielten sich illegal in Deutschland auf.