Ground Zero Alle Brände gelöscht
New York - "Wir stoßen zwar immer noch auf kleinere Glutherde, aber die größte Gefahr für die Bergungstrupps und umliegenden Gebäude ist gebannt", sagte am Donnerstag der Feuerwehr-Einsatzleiter Brian Dixon. Die Räumung des Trümmerfeldes im Süden von Manhattan werde noch "mindestens sechs, wahrscheinlich eher neun Monate dauern", sagte der Gouverneur des Bundesstaates New York, George Pataki.
Derweil gab die New Yorker Stadtverwaltung die offizielle Zahl der Todesopfer des Anschlags vom 11. September erstmals mit weniger als 3000 an. Sie nannte nun 2992 Tote. Anfangs war die Opferzahl mit etwa 6700 beziffert, dann jedoch immer weiter reduziert worden.
Für die anfänglich doppelt so hohe Zahl gebe es eine Reihe von Gründen, hieß es in der Stadtverwaltung. Viele Namen von Vermissten seien mehrfach gemeldet, aber nicht immer mit derselben Schreibweise erfasst worden. Dass es sich oft um ein und dieselbe Person gehandelt habe, sei erst allmählich durch Vergleiche weiterer Angaben offenbar geworden.
Hinzu komme, dass eine Reihe ausländischer Konsulate in New York übertriebene Vermisstenangaben gemacht hätten. Außerdem hätten viele Familien Vermisstenmeldungen auch dann nicht zurückgezogen, wenn die Gesuchten wieder aufgetaucht waren.
Interesse an hohen Opfer-Zahlen?
In US-Presseberichten war angedeutet worden, dass die Stadt New York kein Interesse hatte, schon früher von erheblich geringeren Opferzahlen auszugehen. Die weit höheren Angaben waren Grundlage der Beantragung von Hilfsgeldern aus Washington.
Die "New York Times" und andere US-Medien hatten schon vor Wochen berichtet, dass die Zahl der Toten weit unter den damaligen Angaben der Behörden und wahrscheinlich bei etwa 2900 liege.
Bisher wurden 550 Totenscheine auf der Grundlage von Leichenfunden und eindeutigen Identifizierungen ausgestellt. Weitere 1958 Totenscheine wurden auf Antrag von Angehörigen erteilt, ohne dass bisher eine Leiche gefunden wurde. 484 Personen gelten offiziell als "vermisst und wahrscheinlich tot".