Grubenunglück 33 Bergarbeiter geborgen
Nowoschachtinsk - Der Schacht der Kohlegrube "Sapadnaja" in Nowoschachtinsk in der Region Rostow am Don war am Donnerstagabend von einem unterirdischen See überflutet worden. Die ersten Verschütteten wurden in kleinen Gruppen von drei oder vier Mann mit einer speziellen Hebevorrichtung an die Erdoberfläche gebracht. Zunächst hieß es, alle in mehr als 700 Meter Tiefe eingeschlossenen Bergleute seien am Leben.
In die Kohlegrube Sapadnaja in der Gegend von Rostow am Don war am Donnerstag aus einem unterirdischen See Wasser eingebrochen, so dass den 71 dort arbeitenden Kumpels der Weg ins Freie versperrt war. 25 konnten sich dennoch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die Eingeschlossenen waren ohne Nahrungsmittel, außerdem war die Elektrizitätsversorgung zu der Mine unterbrochen, wie Chef der regionalen Notfallbehörde, Oberst Viktor Schkareda, mitteilte.
Rettungsmannschaften versuchten, den vom Wasser aufgebrochenen Schacht mit tausenden Kubikmetern Erde und Geröll zuzuschütten. Gleichzeitig errichteten sie neue Tunnel, um aus angrenzenden Minen zu den Eingeschlossenen vorzudringen, und versuchten, Ventilationsschächte zur besseren Luftzufuhr anzulegen. Die Helfer konnten dabei keine schweren Geräte einsetzen, wie der regionale Gouverneur Wladimir Tschub laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Itar-Tass erklärte.
Der Unfall war laut Itar-Tass bereits der zweite in der Sapadnaja-Grube in diesem Jahr. Schon im Februar sei der damals leer stehende Schacht überschwemmt worden. In russischen Kohlebergwerken kommt es häufig zu Unfällen, nach Angaben der zuständigen Gewerkschaft kamen dabei allein im vergangenen Jahr 68 Kumpel ums Leben.
Russlands Präsident Wladimir Putin hatte die Behörden aufgefordert, alles nur Mögliche zur Rettung der Bergleute zu tun. Zunächst hatten die Rettungsmannschaften damit begonnen, im parallell verlaufenden Schacht einer benachbarten Grube einen Rettungstunnel zu dem Ort zu graben, an dem die Verschütteten vermutet wurden. Die Grabungen wurden am Samstag in der Hoffnung fortgesetzt, eventuell zu den 13 Vermissten zu gelangen. "Wir brauchen diesen Notausgang, auch als Kanal zur Versorgung mit Frischluft", sagte Tschub.
Zum Zeitpunkt des Unglücks arbeiteten 71 Männer unter Tage. 25 Arbeitern gelang in letzter Sekunde die Rettung, als eine Betonwand unter dem Druck eines riesigen unterirdischen Sees einbrach. Der Betreiber der Kohlegrube habe Sicherheitsmängel nicht beseitigt, erklärte das Energieministerium in Moskau. In der Schachtanlage war es bereits im Februar zu einem Wassereinbruch gekommen. Die 1000 Kilometer südlich von Moskau gelegene Anlage war vor dem Zweiten Weltkrieg eröffnet worden.