Guantanamo Brite beklagt grausame Behandlung
London - "Er will von den US-Behörden eine Erklärung für die Ungerechtigkeit, die er erlitten hat", fügte sein Anwalt Robert Lizar hinzu. Den britischen Behörden werfe er vor, die USA unterstützt anstatt sich für ihn eingesetzt zu haben. Der 37-jährige Udeen war bei seiner Ankunft auf einem Flugplatz bei London gestern Abend zunächst von den Einwanderungsbehörden vernommen, dann aber ohne Auflagen freigelassen worden.
Vier andere freigelassene Guantanamo-Häftlinge aus Großbritannien im Alter zwischen 22 und 26 Jahren wurden dagegen auf der Grundlage eines Anti-Terror-Gesetzes bei ihrer Ankunft erneut festgenommen und zu einer besonders gesicherten Polizeiwache in London gebracht. Die USA hatten die Männer unter der Bedingung ziehen lassen, dass Großbritannien jedes mit ihnen verbundene Sicherheitsrisiko ausschließen müsse.
Auf Guantanamo Bay werden rund 650 Gefangene aus 42 Ländern unter Terrorverdacht festgehalten. Die USA betrachten sie als feindliche Kombattanten und lehnen es ab, ihnen die Möglichkeit auf einen Rechtsbeistand zu geben. Die britische Regierung fordert jedoch seit längerem, dass die Briten unter ihnen entweder vor Gericht gestellt oder aber freigelassen werden. Einer der Lordrichter des Oberhauses, der höchsten britischen Rechtsinstanz, hatte kürzlich kritisiert, die Haftbedingungen verstießen gegen die Grundsätze des Rechtsstaates.