Guantanamo: Fünf Briten ohne Auflagen freigelassen - DER SPIEGEL
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Guantanamo Fünf Briten ohne Auflagen freigelassen

Zwei Jahre lang saßen sie unter strengsten Sicherheitsbedingungen im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba ein. Der Verdacht: Taliban-Sympathisanten oder al-Qaida-Anhänger. Nun sind fünf Briten wieder auf freiem Fuß. Ohne irgendwelche Auflagen - dafür sahen die britischen Behörden keinen Anlass.
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London - Die Männer hatten nach ihrer Verhaftung in Afghanistan Ende 2001 oder Anfang 2002 stets ihre Unschuld beteuert. Nach Aussage ihrer Angehörigen waren sie lediglich "zur falschen Zeit am falschen Ort".

Am frühen Morgen wurden vier Männer freigelassen. Der fünfte Ex-Häftling wurde bereits vorgestern Abend - unmittelbar nach der Ankunft der Gruppe in London - auf freien Fuß gesetzt. Jamal Udeen hatte gestern schwere Vorwürfe gegen die US-Regierung erhoben und ihr eine grausame Behandlung der Gefangenen in Guantanamo vorgeworfen.

Udeen verlangte, dass sich die USA für die von ihm "erduldete Ungerechtigkeit verantworten" müssten. Sein Anwalt sagte: "Er ist als Unschuldiger zwei Jahre lang festgehalten worden. Er ist in grausamer, inhumaner und entwürdigender Weise behandelt worden." Auch Angehörige und Freunde der zuletzt freigelassenen Männer beklagten ihren körperlich schlechten Zustand.

Vier andere Briten werden weiterhin auf dem US-Militärstützpunkt in Kuba festgehalten. Gegen sie soll nur dann ein Prozess eröffnet werden, wenn ihnen ein Anwalt und die Möglichkeit zur Berufung garantiert werde, forderte ein Sprecher von Premierminister Tony Blair.

In Guantanamo werden insgesamt 640 Menschen festgehalten. Ihnen werden Verbindungen zu den afghanischen Taliban oder zum Terrornetzwerk al-Qaida vorgeworfen. Die USA betrachten sie als feindliche Kämpfer und lehnen es ab, ihnen die Möglichkeit auf einen Rechtsbeistand zu geben.

Unterdessen rief das Europaparlament in Straßburg die USA dazu auf, den Guantanamo-Gefangenen das Recht auf ein faires Verfahren einzuräumen. In den USA forderten europäische Angehörige von Häftlingen rechtsstaatliche Verfahren und ein Ende der Isolierung. Unter ihnen ist die in Bremen lebende Türkin Rabiye Kurnaz, deren Sohn Murat seit zwei Jahren in dem Gefängnis ist.