Haftbefehl vollstreckt: Jackson in Handschellen abgeführt - DER SPIEGEL
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Haftbefehl vollstreckt Jackson in Handschellen abgeführt

Michael Jackson hat sich gestellt. Der 45-Jährige, der wegen Kindesmissbrauchs angeklagt ist, wurde nach seiner Ankunft in Santa Barbara ins Hauptgefängnis gebracht. Dort wurde er in Handschellen durch einen Hintereingang in das Polizeigebäude geführt.
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Santa Barbara - Eine Fahrzeugkolonne verließ den Hangar des Flughafens von Santa Barbara wenige Minuten nach der Ankunft von Jacksons Privatmaschine. Jacksons Anwalt Mark Geragos teilte mit, dass der Popstar die geforderte Kaution in Höhe von drei Millionen Dollar (2,5 Millionen Euro) gezahlt habe. Eine knappe Stunde nachdem "Jacko" sich gestellt hatte verließ er das Justizgebäude in einem abgedunkelten Fahrzeug. Die Anschuldigungen gegen den Sänger seien falsch. Jackson habe sie als eine "große Lüge" bezeichnet, sagte Geragos.

Nach Auskunft der Polizei muss der Sänger seinen Reisepass abgeben und für die Behörden erreichbar sein. Zusätzlich werden seine Fingerabdrücke genommen und Fotos gemacht, die von der Öffentlichkeit eingesehen werden können. Am 9. Januar werde Jackson dem Haftrichter vorgeführt, teilte Polizeisprecher Chris Pappas mit. Der Sänger und seine Begleiter hätten sich auf der Polizeiwache "sehr kooperativ" verhalten.

Der Musiker soll sich in den letzten zwei Tagen bei seinen Eltern aufgehalten haben. Vater Joe Jackson teilte mit, sein Sohne und der Rest der Familie hätten 48 Stunden lang kein Auge zugemacht. Jackson will sich gegen Vorwürfe des Kindesmissbrauchs zur Wehr setzen. Sie seien "verleumderisch und völlig unbegründet" und würden sich vor Gericht als falsch erweisen, erklärte sein Sprecher Stuart Backerman.

Rund 70 Polizisten hatten am Tag zuvor zwölf Stunden lang Jacksons Ranch Neverland in Kalifornien durchsucht. Jackson werden "unzüchtige und laszive Handlungen" mit einem Kind vorgeworfen. Bei einem Schuldspruch würde ihm in jedem Anklagepunkt eine Haftstrafe von drei bis acht Jahren drohen. In wie vielen Fällen Beschuldigungen gegen Jackson erhoben wurden, gab Bezirksstaatsanwalt Thomas Sneddon nicht bekannt. Eine entsprechende Erklärung werde 45 Tage lang unter Verschluss gehalten. Auch zum Ursprung der Anschuldigungen machte der Staatsanwalt keine Angaben. Es sei bereits seit einiger Zeit gegen Jackson ermittelt worden. Das mutmaßliche Opfer sei kooperativ.

Anwalt Brain Oxman, der die Familie Jackson jahrelang vertrat, erklärte, es gehe unter anderem um die angebliche Belästigung eines zwölfjährigen Jungen. Der Sender CBS nahm daraufhin eine geplante Sendung über den Popstar aus dem Programm.

Oxman erklärte, Jackson bereite sich mit seinem Anwalt Mark Geragos darauf vor, sich den Behörden zu stellen. Den Zeitpunkt und den Ort werde Jackson aber selbst wählen. Staatsanwalt Sneddon sagte, seine Botschaft an Jackson lautet: "Sehen Sie zu, dass Sie hierher kommen und sich einchecken." Genau das hat der Superstar jetzt offenbar getan.