Hai beißt Schwimmer Steven Robles vor Kalifornien - DER SPIEGEL
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Weißer Hai: Angriff auf Schwimmer vor Kalifornien

Foto: AP/goofyfootphotography.com

Hai-Attacke vor Kalifornien "Oh mein Gott, ich werde sterben"

Angelockt durch Angler hat ein Weißer Hai vor der Küste Kaliforniens einen Schwimmer angegriffen - und in die Brust gebissen. Mehrere Männer kamen dem verletzten Steven Robles zu Hilfe und zogen ihn aus dem Wasser.
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Los Angeles - Steven Robles ist ein erfahrener Langstreckenschwimmer. Am Wochenende war der 40-Jährige bereits gut eine Stunde im Pazifik unterwegs, vor der Küste von Manhattan Beach, südwestlich von Los Angeles. Plötzlich tauchte vor ihm ein gut zwei Meter großer weißer Hai auf.

Der junge Raubfisch hing nach Angaben der Rettungsschwimmer zu diesem Zeitpunkt bereits etwa eine halbe Stunde an einer Angelleine fest. In seinem Kampf, davon loszukommen, habe der Hai um sich gebissen und dabei den Schwimmer erwischt, hieß es.

"Der Hai schaute mich an, schwamm auf mich zu und schnappte nach mir", sagte Robles dem Fernsehsender CNN. In diesem Moment habe er gedacht: "Oh mein Gott, ich werde sterben." Der Weiße Hai rammte dem Schwimmer seine Zähne in die Brust. "Das alles passierte innerhalb von zwei Sekunden", so Robles. Er habe keine Zeit zum Nachdenken gehabt, berichtete er dem TV-Kanal NBC4, reflexartig habe er versucht, das Maul des Tieres aufzuhebeln. "Dann habe ich den Hai mit der Hand an der Nase gepackt und ihn von mir weggestoßen."

"Dann sah ich das Blut"

Robles schwimmt gemeinsam mit mehreren anderen Amateurschwimmern an Wochenenden regelmäßig einige Kilometer von Hermosa Beach in Richtung Manhattan Beach. Auch diesmal waren etwa zwölf Schwimmer unterwegs. Nader Nejadhashemi befand sich nur wenige Meter hinter Robles, den Hai sah er nicht. "Robles schrie: 'Ich bin gebissen worden'", sagte Nejadhashemi. "Dann sah ich das Blut." Er habe Robles beruhigt und gemeinsam mit anderen Schwimmern und Surfern an Land gebracht.

Das Biss-Opfer wurde in einem Krankenhaus versorgt, konnte die Klinik mittlerweile aber wieder verlassen. Für den Angler, der den Raubfisch anlockte, könnte es noch Ärger geben. Denn in Kalifornien ist es verboten, nach Weißen Haien zu fischen. Er habe lediglich Rochen angeln wollen, verteidigte sich der Mann. Und als der Hai anbiss, habe er die Leine nicht gekappt, weil sich viele Menschen in der Nähe aufgehalten hätten.

Vor der kalifornischen Küste kommt es immer wieder zu Hai-Attacken. Der letzte tödliche Angriff ereignete sich im Oktober 2012, als ein 39-jähriger Wellenreiter nahe Santa Barbara noch am Strand seinen Verletzungen erlag. Seit der Aufzeichnung von Hai-Angriffen in den Fünfzigerjahren wurden in dem US-Bundesstaat mehr als ein Dutzend Todesfälle verzeichnet. Vor der Küste Kaliforniens leben aktuellen Schätzungen zufolge etwa 2000 Weiße Haie.

wit/AP/dpa